UNRWA fordert umfassende Reform nach Berichten über Tätigkeit von UN-Mitarbeitern bei Hamas-Massaker
Das Palästinenserhilfswerk UNRWA gerät nach Berichten über die Beteiligung von palästinensischen UN-Mitarbeitern an dem Massaker der islamistischen Hamas am 7. Oktober in die Kritik. Israel fordert daraufhin eine umfassende Reform des Hilfswerks und stellt bereits Finanzmittel zurück. Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland, bezeichnet UNRWA als langjährigen Komplizen der Terrororganisation und betont, dass eine Zusammenarbeit auf diese Weise keinen Beitrag zum Frieden leisten könne. Er begrüßt die Zurückhaltung von Finanzmitteln als ersten Schritt, fordert jedoch eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe.
Wegen des Skandals haben bereits zahlreiche Staaten, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Frankreich, vorübergehend ihre Zahlungen an UNRWA eingestellt. Die "New York Times" veröffentlichte am Sonntag weitere Details und berichtete, dass mindestens drei UN-Mitarbeiter an den Vorfällen beteiligt waren, darunter eine Entführung, die Verteilung von Munition und die Beteiligung an einem Massaker, bei dem 97 Menschen starben. Die Informationen stammen angeblich aus einem israelischen Dossier, das der US-Regierung vorliegt.
UNRWA selbst gab bekannt, dass neun Beschuldigte sofort entlassen wurden, einer sei tot und die Identität der zwei übrigen werde noch ermittelt. Das Hilfswerk wurde 1949 von den Vereinten Nationen gegründet, um palästinensischen Flüchtlingen zu helfen. Mittlerweile erreicht UNRWA rund 5,9 Millionen Menschen, darunter 30.000 Mitarbeiter, hauptsächlich Palästinenser. Allein im Gazastreifen beschäftigt das Hilfswerk rund 13.000 Mitarbeiter und ist auch in Jordanien und im Libanon aktiv.
Der Skandal um die Beteiligung von UN-Mitarbeitern an den Gewalttaten der Hamas sorgt weltweit für Empörung. Israel fordert eine Reform des Hilfswerks und setzt Finanzmittel zurück. Zahlreiche Staaten haben ihre Zahlungen vorübergehend eingestellt. UNRWA hat bereits neun Beschuldigte entlassen und ermittelt noch in zwei weiteren Fällen die Identität der Beteiligten. (eulerpool-AFX)

