Unruhiger Börsenstart im September: Frankreichs Vertrauensfrage und US-Zinsfantasien im Fokus
Der September erweist sich bisher als turbulent für die Finanzmärkte, ohne Aussicht auf eine rasche Erholung in dieser Woche. Gleich mehrere bedeutende Ereignisse bestimmen die Agenda, darunter die Vertrauensfrage in Frankreich, eine Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und neue Inflationsdaten aus den USA.
Anfang der Woche stehen weniger die Themen Notenbanken, Zölle und der Ukrainekonflikt im Vordergrund, sondern der Blick richtet sich insbesondere nach Paris. Dort versucht Premierminister François Bayrou durch eine Vertrauensabstimmung Unterstützung für seine Sparpolitik zu gewinnen, was angesichts gestiegener Risikoaufschläge auf französische Staatsanleihen und Rückgängen im CAC40 keineswegs sicher erscheint, so Helaba-Analyst Ralf Umlauf.
Während die Märkte generell eine Phase der Konsolidierung durchlaufen, könnten politische Entwicklungen wie ein möglicher Regierungszusammenbruch in Frankreich die Aktienmärkte bremsen. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Unterstützungswirkung durch die erwartete Zinssenkung der US-Notenbank bestehen, wie Commerzbank-Experte Martin Hartmann erläutert.
Der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag wirft Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung auf. Der fast stagnierende Stellenaufbau signalisiere eine mögliche Zinssenkung seitens der Fed Mitte September, meint Matthias Schell von der LBBW. Im Gegensatz dazu wird bei der kommenden EZB-Sitzung allgemein erwartet, dass die Zinsen unverändert bleiben.
Historisch betrachtet, könnte der Oktober Besserung bringen, denn laut Birgit Henseler von der DZ Bank zeigt sich der DAX in diesem Monat oft erholt, bevor eine Jahresendrally einsetzt. Doch die Entwicklung bleibt gespannt, ob der Optimismus angesichts der positiven internationalen Marktstimmung weiterhin wächst.
Die DekaBank zeigt sich optimistisch und hebt ihre DAX-Prognosen an, erwartet in sechs Monaten 25.000 und in zwölf Monaten 26.000 Punkte. Die jüngste Berichtssaison der DAX-Unternehmen erwies sich als stark, und Konsensprognosen sehen anhaltende Gewinnanstiege für das dritte Quartal.
Bevorstehende Wirtschafts- und Konjunkturdaten lassen weiteres Potenzial für Marktschwankungen erahnen. Besonders die US-Verbraucherpreise im August könnten die Diskussion um Inflation und Zölle neu entfachen.

