Unmut über Zollprivilegien: Citadel-CEO Ken Griffin kritisiert Trump
In einem bemerkenswerten Interview mit CNBC hat Ken Griffin, CEO und Gründer des Hedgefonds Citadel, die Wirtschaftspolitik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert. Griffin äußerte sich insbesondere zu den von Trump gewährten Zollvergünstigungen für Großunternehmen und bezeichnete diese Praxis als "anti-amerikanisch".
Ihm zufolge sei es nicht der amerikanische Weg, große und einflussreiche Unternehmen zu bevorzugen. Griffin argumentierte, dass die Einmischung des Staates in wirtschaftliche Entscheidungen, indem er Gewinner und Verlierer auswählt, letztlich einem Nullsummenspiel gleicht, bei dem am Ende alle verlieren. Diese Aussage fällt in eine Zeit, in der Trump verkündete, einen 100%igen Zoll auf den Import von Halbleitern zu erheben, von dem allerdings jene Unternehmen ausgenommen werden sollten, die bereit sind, in den USA zu investieren.
Parallel dazu hatte Apple angekündigt, 100 Milliarden US-Dollar in seine US-Niederlassungen zu investieren, nachdem das Unternehmen bereits im Februar Investitionen in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar zugesagt hatte. Zugleich erhielten amerikanische Chipriesen wie Nvidia und AMD die Erlaubnis, bestimmte Chips an China zu verkaufen, sofern sie dem US-Staat einen 15-prozentigen Anteil an ihren China-Einnahmen gewährten.
Griffin zeigte sich angewidert von der Vielzahl an Unternehmen, die versuchen würden, eine Zollbefreiung für ihre Importgüter zu erlangen, und bezeichnete dies als "übelkeitserregend". Auch in einem weiteren Meinungsartikel, den Griffin im September im Wall Street Journal mitverfasst hatte, übte er Kritik an Trumps Versuchen, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu untergraben.
Trumps anhaltender Druck auf Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zur Senkung der Zinssätze blieb dabei ein zentrales Thema. Griffin betonte, dass der Kongress die Pflicht habe, die Fed zu beaufsichtigen, und dass diese Kontrolle frei von unangemessenen Eingriffen der Exekutive sein müsse. Vertreter von Griffin bei Citadel gaben auf Anfragen von Business Insider keinen Kommentar ab.

