Unilever treibt Eiscreme-Abspaltung voran – Magnum & Co. sorgen für überraschend starkes Wachstum
Mit einem Umsatzplus von 5,9 Prozent im Eiscremegeschäft überraschte Unilever im ersten Halbjahr selbst optimistische Analysten. Neue Sorten wie die Magnum-Utopia-Reihe, Hitzewellen in Europa und eine überarbeitete Lieferlogistik haben das Segment deutlich vorangetrieben. Der Volumenzuwachs lag mit 5 Prozent weit über den prognostizierten 1,3 Prozent.
Im November will der Konsumgüterkonzern die Eiscremesparte mit Marken wie Magnum, Ben & Jerry’s und Cornetto offiziell unter dem Namen The Magnum Ice Cream Company ausgliedern. Bereits seit dem 1. Juli operiert das Geschäft als eigenständige Einheit unter der Leitung von Unilever-Veteran Peter ter Kulve. Unilever wird zunächst weniger als 20 Prozent der neuen Gesellschaft behalten und diesen Anteil über fünf Jahre sukzessive verkaufen.
Mit der Trennung von Eiscreme setzt der neue CEO Fernando Fernandez seine Strategie konsequent um: weg vom klassischen Lebensmittelgeschäft, hin zu margenstärkeren Segmenten wie beauty und personal care. Dort allerdings blieb das Volumenwachstum im Halbjahr hinter den Erwartungen zurück – bei Körperpflegeprodukten lag es bei lediglich 0,2 Prozent, bei beauty & wellbeing bei 1 Prozent.
Um hier gegenzusteuern, setzt Unilever auf gezielte Zukäufe: So sicherte sich der Konzern 2024 unter anderem den Männerpflegemittelhersteller Dr Squatch für 1,5 Milliarden Dollar sowie die nachhaltige Deomarke Wild. Gleichzeitig stiegen die Volumina in den Segmenten food (1,7 Prozent) und home care (1,3 Prozent) leicht an.
Der Konzernumsatz wuchs organisch um 3,4 Prozent – minimal über dem Analystenkonsens von 3,3 Prozent. Das operative Ergebnis sank hingegen um 4,8 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, lag damit aber ebenfalls leicht über den Erwartungen.
Unilever bestätigte die bisherige Jahresprognose mit einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent.


