Unicredit nimmt Kurs auf Rekordgewinne und Aktionärsfreuden

Die italienische Großbank Unicredit hat ehrgeizige Pläne für die kommenden Jahre, sowohl in Bezug auf ihre Gewinne als auch auf die Ausschüttungen an ihre Aktionäre. Bis zum Jahr 2028 plant die Bank, ihren bereinigten Überschuss auf beeindruckende 13 Milliarden Euro zu steigern. Bereits für das aktuelle Jahr strebt CEO Andrea Orcel einen Überschuss von 11 Milliarden Euro an. Diese optimistischen Aussichten begeisterten den Finanzmarkt: Die Unicredit-Aktie verzeichnete in Mailand kurz nach Handelsbeginn einen Anstieg von 3,8 Prozent.
Das Institut plant, 80 Prozent seiner zukünftigen Gewinne in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anleger zurückfließen zu lassen. So sollen in den nächsten drei Jahren mindestens 30 Milliarden Euro verteilt werden, und innerhalb von fünf Jahren könnte diese Summe sogar auf 50 Milliarden Euro steigen – vorausgesetzt, es sammelt sich weiteres Überschusskapital.
Im vergangenen Jahr konnte Unicredit bereits starke Ergebnisse vorweisen. Der bereinigte Gewinn kletterte um fast 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro, während der tatsächliche Überschuss um über 12 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro zulegte. Die Bank übertraf mit ihren Zielen für 2025 und darüber hinaus die Erwartungen der Analysten deutlich und peilt bis 2028 eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als 23 Prozent an – ein ehrgeiziges Vorhaben, insbesondere im Vergleich zu anderen europäischen Banken.
Parallel dazu verfolgt das Management eine Strategie zur Steigerung der Effizienz im Kerngeschäft. Bis 2028 sollen die Erträge auf 27,5 Milliarden Euro anwachsen, wobei die Kostenquote auf nur noch 33 Prozent der Erträge sinken soll. Dies würde eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bedeuten und andere Banken, wie die Deutsche Bank und Commerzbank, die sich ebenfalls ambitionierte Kostenziele gesetzt haben, in den Schatten stellen.
Die strategische Ausrichtung von Unicredit zeigt sich auch in ihrer Beteiligung an der Commerzbank. Als Großaktionärin hat Unicredit ihren Anteil inzwischen auf mehr als 26 Prozent erhöht. Sollte dieser auf über 30 Prozent steigen, wäre ein Übernahmeangebot obligatorisch, was jedoch auf Widerstand innerhalb der Commerzbank und der deutschen Politik stößt.
Parallel dazu hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp Initiativen ergriffen, um die Rentabilität des Frankfurter Hauses zu stärken. Dazu gehört auch ein umfangreiches Sparprogramm, das den Abbau von Arbeitsplätzen vorsieht, um die Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern.

