Unerwünschte Wendungen bei Suss: Ein Quartal schwächer als gedacht
Der renommierte Halbleiterzulieferer Suss hat mit einem Quartalsergebnis überrascht, das weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Infolge dessen sah sich das Unternehmen gezwungen, die Prognosen für die Jahreszielsetzungen nach unten zu korrigieren. Wie das in Garching ansässige Unternehmen erläuterte, hat sich die Zusammensetzung von Produkten und Kunden ungünstig entwickelt. Einen zusätzlichen Druck auf die Profitabilität übten Investitionen für einen neuen Standort in Taiwan aus. Ein geringeres Geschäftsvolumen trug ebenfalls dazu bei, dass die Fixkosten stärker ins Gewicht fielen.
Ein beachtlicher Rückgang von 22 Prozent im Aktienkurs, der auf 28,14 Euro fiel, spiegelte den Schock am Markt wider. Dieser Kurssturz hat die Kursgewinne seit Anfang September nahezu zunichte gemacht. Analystin Madeleine Jenkins von UBS erwartet, dass die Markterwartungen für das operative Ergebnis (Ebit) 2023 deutlich nach unten korrigiert werden müssen. Ihrer Einschätzung zufolge bleiben die Aussichten für das kommende Jahr jedoch weitgehend stabil. Janardan Menon von Jefferies sieht hingegen weitere Herausforderungen, insbesondere durch einen im dritten Quartal schwächeren Auftragseingang, der sich negativ auf die Zukunftsperspektiven bis 2026 auswirken könnte.
Suss selbst rechnet für 2025 nun mit einer reduzierten Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent, was zwei Prozentpunkte unter den bisherigen Prognosen liegt. Die Erwartungen für die Ebit-Marge wurden ebenfalls reduziert auf 11 bis 13 Prozent, bei gleichbleibender Umsatzprognose von 470 bis 510 Millionen Euro. Besonders enttäuschend war die Bruttomarge im dritten Quartal mit 33,1 Prozent, gegenüber einer Markterwartung von 38,1 Prozent. Auch das operative Ergebnis fiel mit 10,5 Prozent hinter die anvisierten 12,5 Prozent zurück.
Trotz striktem Kostenmanagement im Rest des Jahres warnte Suss davor, von einer substanziellen Verbesserung in den nächsten Monaten auszugehen. Der Auftragseingang blieb mit unveränderten 70 Millionen Euro weiterhin schwach. Das vollständige Zahlenwerk wird am 6. November veröffentlicht, während der Vorstand bereits intensiv Maßnahmen zur langfristigen Kostensenkung diskutiert.

