Unerwarteter Rückschlag: Industrie kämpft mit sinkenden Aufträgen
Die deutsche Industrie musste im Juli einen überraschenden Rückschlag bei den Auftragseingängen hinnehmen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verzeichneten die Industriebetriebe im Monatsvergleich einen Rückgang um 2,9 Prozent, was die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlte. Diese hatten optimistisch einen Zuwachs von 0,5 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen hingegen stieg das Bestellvolumen um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Schon im Vormonat war ein Rückgang der Aufträge festgestellt worden, allerdings fiel dieser mit 0,2 Prozent geringer aus als zuvor angenommen. Die Korrektur des Rückgangs von ursprünglich 1,0 Prozent wurde aufgrund einer nachträglichen Meldung eines großen Unternehmens aus der Automobilbranche nötig.
Laut Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg zeigt die Entwicklung, dass die Konjunktur nach einem vielversprechenden Frühling in eine Phase der Schwäche geraten ist. Auch wenn die Korrektur des Vormonats und das Plus ohne Großaufträge Zuversicht geben könnten, bleibe die Gesamtlage angespannt. Nicht nur die US-Zollpolitik, sondern auch ein spürbares Minus bei Aufträgen aus dem Euroraum trübten das Bild. Niklasch sieht derzeit wenige Impulse für einen langfristigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft jenseits kurzlebiger fiskalischer Maßnahmen.
Der Rückgang der Auslandsaufträge um 3,1 Prozent im Juli, darunter ein Minus von 3,8 Prozent aus der Eurozone und 2,8 Prozent aus dem Rest der Welt, unterstreicht diese Herausforderungen. Im stabileren Dreimonatsvergleich stiegen die Bestellungen von Mai bis Juli leicht um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

