Russlands Angriffskrieg

Ukrainer und Russen verhandeln über Kriegsende in Genf

17. Februar 2026, 15:16 Uhr · Quelle: dpa
Ukraine-Krieg - Verhandlungen in Genf
Foto: Ma Ruxuan/XinHua/dpa
Die Verhandlungen finden in einem Genfer Hotel statt.
Unter US-Vermittlung setzen Russen und Ukrainer bis morgen ihre Verhandlungen über ein Kriegsende in Genf fort. Was ist von den Gesprächen zu erwarten?

Moskau/Genf (dpa) - Unter dem Eindruck schwerer gegenseitiger Luftangriffe haben Russland und die Ukraine unter US-Vermittlung in der Schweiz ihre zweitägigen Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgenommen. «Auf der Tagesordnung stehen Sicherheits- und humanitäre Fragen», teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow bei Telegram mit. Die Gespräche, an denen US-Vermittler Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teilnehmen, laufen hinter verschlossenen Türen in einem Hotel in Genf. 

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass heute noch keine Neuigkeiten zu erwarten seien, weil die Gespräche bis Mittwoch angesetzt seien. Leiter der russischen Delegation ist der Kremlbeamte Wladimir Medinski, der seit Beginn des Moskauer Angriffskrieges immer wieder mit ukrainischen Verhandlungsteams zusammengetroffen ist. 

«Wir danken der amerikanischen Seite für ihre Beteiligung und konsequente Arbeit im Verhandlungsprozess», sagte Umjerow. «Wir sind der Schweiz für die Organisation und die bereitgestellten Bedingungen für die Durchführung der Treffen dankbar.» Präsident Wolodymyr Selenskyj habe klare Aufgaben ausgegeben für die Gespräche. Selenskyj hofft vor allem auf Sicherheitsgarantien der USA, die nach einem Waffenstillstand die Ukraine vor künftigen russischen Angriffen schützen sollen.

«Wir arbeiten konstruktiv, konzentriert und ohne überzogene Erwartungen. Unsere Aufgabe ist es, die Entscheidungen, die einen dauerhaften Frieden fördern können, so weit wie möglich voranzutreiben», sagte Umjerow. 

Friedenslösung bisher nicht in Sicht

Russland will nach Kremlangaben über die strittigen Gebietsfragen mit der Ukraine sprechen. Eine Lösung im Ukraine-Krieg ist bisher nicht in Sicht. 

Russland verlangt einen Rückzug ukrainischer Truppen aus den von ihnen kontrollierten Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk und will diese dem eigenen Staatsgebiet einverleiben. Nicht nur in Kiew wird das kategorisch abgelehnt - auch europäische Verbündete der Ukraine warnen davor, den Aggressor Russland für seinen Angriffskrieg quasi noch zu belohnen und mit einer solchen Friedenslösung womöglich nur weitere Eroberungsgelüste zu schüren.

Nach russischen Angaben will die Ukraine wiederum über eine teilweise Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen verhandeln. Nach Russlands Schlägen gegen die Energieinfrastruktur machen der Ukraine Strom-, Wasser- und Heizungsausfälle zu schaffen - in einem ungewöhnlich harten Winter. Russische Kommentatoren bezweifelten, dass sich der Kreml auf eine solche Waffenruhe einlässt, weil die Energieanlagen auch für die Produktion von Rüstungsgütern gebraucht werden und Moskau die Aufrüstung verhindern will.

Russische Delegation über Umweg in die Schweiz

Auf dem Flug von Moskau nach Genf musste die Moskauer Delegation laut russischen Staatsmedien einen mehr als achtstündigen Umweg in Kauf nehmen: über die Türkei, das Mittelmeer und Italien. 

Da der Weg von Russland in die Schweiz zwangsläufig über das Gebiet von Mitgliedstaaten der Nato und EU führt, wurde nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti mit Hilfe der USA eine Überfluggenehmigung erteilt. Die EU hat den Luftraum für gewöhnliche russische Flugzeuge als Sanktion in dem Krieg gesperrt.

Russland betont zwar immer wieder, seinen seit fast vier Jahren laufenden Krieg gegen die Ukraine beenden zu wollen – allerdings zu seinen eigenen Bedingungen. Die Ukraine lehnt die russischen Forderungen bisher als inakzeptabel ab.

Parallel zu den Friedensverhandlungen laufen laut Kreml in Genf auch bilaterale Unterredungen über die russisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Dazu hatten sich die US-Unterhändler Witkoff und Kushner schon mehrfach mit dem für internationale Wirtschaftskontakte zuständen Kreml-Berater Kirill Dmitrijew getroffen.

Vor Verhandlungen Opfer in der Ukraine, Brand in Russland

Auch vor der Verhandlungsrunde gingen die gegenseitigen Luftangriffe weiter. Drei Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes in der Stadt Mykolajiwka in der ostukrainischen Region Donezk bei einem Drohnenangriff auf ein ziviles Auto getötet. Eine Person sei verletzt worden. In der Region Sumy im Norden der Ukraine wurde eine 68-jährige Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet, wie die regionale Staatsanwaltschaft mitteilte. Ihre beiden 7 und 15 Jahre alten Enkel sowie deren Eltern seien verletzt worden. 

In der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurden Militärverwaltungschef Serhij Lyssak zufolge drei Menschen verletzt, einer davon schwer. In der Nacht sei in der Stadt am Schwarzen Meer sechsmal Luftalarm ausgelöst worden, schrieb er auf Telegram. Infrastrukturobjekte und zivile Gebäude seien beschädigt worden. 

Präsident Selenskyj warf Russland in sozialen Medien einen erneuten Angriff auf die Energieversorgung der Ukraine vor. Ihm zufolge setzte Moskaus Militär fast 400 Drohnen und 29 Raketen und Marschflugkörper ein. Er sprach von Zehntausenden, die in Odessa ohne Wärme- und Wasserversorgung seien. Russland habe zwölf Regionen angegriffen. 

Das ukrainische Militär nahm seinerseits Ziele in Russland ins Visier. Nach Angaben des Zivilschutzstabs der Region Krasnodar in Südrussland kam es infolge eines Drohnenangriffs in Ilski zu einem Brand auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern in einer Ölraffinerie. Verletzte gebe es nicht.

Konflikte / Krieg / Diplomatie / Russland / Ukraine / USA / Schweiz
17.02.2026 · 15:16 Uhr
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