Ukraine-Konflikt: Drohnenangriff auf Druschba-Pipeline verunsichert europäische Energieversorgung
Ein erneuter Drohnenangriff auf russisches Territorium wirft Fragen über die Sicherheit der europäischen Energieversorgung auf. Die Druschba-Pipeline, eine essenzielle Infrastruktur für den Öltransport von Russland nach Europa, wurde offenbar Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Dies bestätigte der Betreiber Rosneft Deutschland auf Nachfrage. Die Raffinerie PCK in Schwedt prüft nun die potenziellen Folgen dieses Zwischenfalls.
Ungarn, einer der Abnehmer des Druschba-Öls, meldete bereits einen Ausfall in der Lieferkette. Als Reaktion wandte sich der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban mit einem Appell an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, um Unterstützung gegen die fortgesetzten Angriffe der Ukraine zu erbitten. Auch die Slowakei äußerte ihren Unmut darüber.
Der Angriff zielte auf die Pumpstation Unetscha im Gebiet Brjansk, wie der Kommandeur der Drohnenoperationen, Robert Bowdi, bekanntgab. Ob die jüngsten Lieferungen kasachischen Öls bereits die betroffene Passage passiert haben, bleibt unklar. Rosneft Deutschland importiert regelmäßig beträchtliche Mengen Öl aus Kasachstan, während die Tochtergesellschaft des russischen Ölgiganten seit 2022 unter deutscher Verwaltung steht.
Trotz des Angriffs meldete Kasachstans Energieministerium keine Störungen ihrer Exporte. Die ungarische Regierung erwartet jedoch, dass der Ölfluss für mindestens fünf Tage unterbrochen sein wird.
Die Kontroverse um die Pipeline hat auch diplomatische Wellen geschlagen, da Ungarn und die Slowakei sich beschwerten, dass ihre Energiesicherheit akut gefährdet sei. Sie wandten sich an die EU, um Maßnahmen zu fordern. Der Pipelinebetreiber Transpetrol in der Slowakei bestätigte den Lieferstopp.
Obwohl Deutschland, Polen und Tschechien den Import russischen Öls eingestellt haben, zeigt der aktuelle Vorfall, wie sensibel die Energiesicherheitslage in Europa bleibt.

