UK-Werbewächter stoppt Sanex-Spot wegen rassistischer Stereotype
Die britische Advertising Standards Authority (ASA) hat einen Werbespot für Sanex-Duschgel verboten, weil er nach Ansicht der Behörde rassistische Stereotype transportierte. In dem von Colgate-Palmolive verantworteten TV-Spot wurde zunächst eine schwarze Frau mit trockener, irritierter Haut gezeigt, bevor eine weiße Frau mit glatter Haut ins Bild kam. Die Darstellung könne „so interpretiert werden, dass weiße Haut der schwarzen überlegen sei“, urteilte die ASA.
Colgate-Palmolive verteidigte sich mit dem Hinweis, es habe sich um ein klassisches „Vorher-Nachher“-Szenario gehandelt, um die Wirksamkeit des Produkts zu illustrieren. Das Unternehmen habe bewusst unterschiedliche Hauttöne und Ethnien einbezogen, um Diversität zu betonen. Die Aufsichtsbehörde stellte zwar klar, dass dies nicht die beabsichtigte Botschaft gewesen sei, sah jedoch die Gefahr, dass die Werbung ein negatives Bild schwarzer Haut verstärke und diskriminierend wirke.
Der US-Konsumgüterkonzern musste in den vergangenen Jahren wiederholt Werbespots zurückziehen. 2018 verbot die ASA eine Colgate-Zahnpasta-Werbung wegen irreführender Wirkversprechen, und 2015 wurde ein weiterer Sanex-Spot nach Beschwerden von Wettbewerbern wie Beiersdorf und Unilever gestoppt.
Die Entscheidung reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein. Swatch entfernte vergangene Woche eine Anzeige, nachdem chinesische Nutzer die Darstellung eines Models, das seine Augen zu Schlitzen zog, als rassistisch bezeichneten. Im Vorjahr hatte Kraft Heinz in London Kritik für eine Kampagne einstecken müssen, die stereotype Rollenbilder schwarzer Väter bediente.
Colgate-Palmolive ließ eine Stellungnahme zu dem aktuellen Fall offen.


