UBS überrascht mit Milliardengewinn trotz enger Kapitalvorschriften

Die Schweizer Großbank UBS hat im vierten Quartal 2025 unerwartet einen Milliardengewinn verzeichnet, das zur Diskussion über ihr Kapitalpolster beitrug. Konkret lag der Nettogewinn bei rund 1,2 Milliarden US-Dollar, was eine Steigerung von anderthalb Mal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt und die Erwartungen der Analysten übertrifft. Parallel dazu befindet sich die Bank bei der Integration ihres ehemaligen Konkurrenten Credit Suisse auf der Zielgeraden, obwohl der Rückkauf von Aktien geringer ausfällt als ursprünglich geplant.
An der Börse sorgte diese Bekanntmachung zunächst für wenig Bewegung: Die UBS-Aktie verharrte kurz nach Handelsbeginn in Zürich nahezu unverändert bei 37,10 Schweizer Franken und positionierte sich damit im Mittelfeld des Schweizer Leitindex SMI.
Im Vorsteuerbereich erzielte die UBS im letzten Quartal mit 1,7 Milliarden Dollar eine beeindruckende Steigerung von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne die Kosten für die Credit Suisse-Integration hätte der Vorsteuergewinn sogar fast 2,9 Milliarden Dollar betragen. Während die Erträge um 4 Prozent auf 12,15 Milliarden Dollar stiegen, sank der Aufwand um ein Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar. Sondereffekte herausgerechnet, zehrten die Kosten 75,2 Prozent der Erträge auf.
Für das Gesamtjahr meldete die UBS einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar, was einer Erhöhung um 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Aktionäre sollen sich über eine Dividendenerhöhung auf 1,10 Dollar je Aktie freuen, mit einem weiteren Anstieg um einen mittleren Zehnprozentsatz für das Jahr 2026 in Aussicht. Zudem plant die Bank, im laufenden Jahr Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar zurückzukaufen, wobei eine spätere Erhöhung in Erwägung gezogen wird. Die endgültige Rückkaufpolitik hängt von den Kapitalregelungen in der Schweiz und den Unternehmenszielen ab.
Im operativen Kerngeschäft zeigt die UBS Wachstum, insbesondere in der globalen Vermögensverwaltung, wo sie im vierten Quartal netto 8,5 Milliarden Dollar an neuen Kundengeldern verzeichnete. Per Ende Dezember verwaltete die Bank Vermögen in Höhe von 7,005 Billionen Dollar. Trotz Herausforderungen im Schweiz-Geschäft konnten sämtliche Sparten ihre Vorsteuergewinne steigern.
Der Integrationsprozess der Credit Suisse schreitet voran, 85 Prozent der 1,1 Millionen Konten in der Schweiz wurden auf die UBS-Plattformen übertragen. Die kombinierte Bank reduzierte ihre Kosten von 2022 bis Ende 2025 um 10,7 Milliarden Dollar und plant, diese Einsparungen bis Ende 2026 auf 13,5 Milliarden Dollar auszuweiten, mehr als ursprünglich angesetzt. Gleichzeitig steigen jedoch die Integrationskosten auf 15 Milliarden Dollar.
Ein umfassender Stellenabbau steht noch bevor, wenn die Credit Suisse-Systeme abgestellt werden. Im Dezember bezifferte sich die Mitarbeiterzahl der UBS auf 103.177 Vollzeitäquivalente – 1.250 weniger als im Vorquartal. In der Schweiz könnten im Rahmen der Integration etwa 3.000 Stellen wegfallen.
Die UBS bleibt ihren Zielen für 2026 treu und strebt mittelfristig eine Kapitalrendite (RoCET1) von etwa 18 Prozent an, nachdem dieses Ziel vorübergehend aufgrund der Kapitaldiskussion verworfen wurde. Kostensenkungen sollen 2028 bewirken, dass die Ausgaben der Bank nur noch 67 Prozent der Erträge aufzehren.

