Überraschender Rückgang der Erzeugerpreise in Deutschland gibt Rätsel auf
Die Erzeugerpreise in Deutschland haben im März unerwartet nachgegeben. Wie vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht wurde, sanken die Preise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. Analysten hatten hier mit einem leichten Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet. Noch im Februar zeigte sich ein Anstieg von 0,7 Prozent, womit die überraschende Abwärtsentwicklung in besonderem Maße ins Auge fällt.
Im Vergleich zum Vormonat fielen die Erzeugerpreise um 0,7 Prozent, während lediglich ein moderater Rückgang von 0,1 Prozent erwartet worden war. Hauptursächlich ist die kostendämpfende Entwicklung im Energiesektor zu erkennen: Im März lagen die Energiekosten um bemerkenswerte 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Gegenüber dem Februar ergibt sich ein Preisrückgang von 2,8 Prozent, wobei insbesondere die Preise für Strom um 4,3 Prozent gesunken sind. Auch Erdgas und Mineralölerzeugnisse erfuhren eine deutliche Vergünstigung, die Preise sanken um 3,6 Prozent bzw. 5,8 Prozent. Leichtes Heizöl verzeichnete sogar einen Rückgang um beachtliche 12,1 Prozent.
Solche Entwicklungen beeinflussen nicht nur die Verkaufspreise der Produzenten, sondern auch die Inflation, die für die Europäische Zentralbank (EZB) maßgeblich ist. Aufgrund der gesunkenen Preise und einer eher schwachen Konjunktur im Euroraum hatte die EZB bereits seit Juni vorige Jahres die Leitzinsen mehrfach reduziert.
Spekulativ wird für den Nachmittag eine weitere Senkung um 0,25 Prozentpunkte erwartet.

