Nations-League-Finale

«Tut extrem weh»: Titeltraum der DFB-Frauen platzt

02. Dezember 2025, 20:51 Uhr · Quelle: dpa
Spanien - Deutschland
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Klare Verhältnisse in Madrid: Doppeltorschützin Pina darf jubeln, Torhüterin Berger ist geschlagen.
Die deutschen Fußballerinnen erlebten eine bittere Niederlage im Nations League Finale. Trotz Kampfeswille können sie aus dem 0:3 gegen Spanien wachsen.

Madrid (dpa) - Die deutschen Fußballerinnen schauten mit traurigen Augen auf das Podium, wo Spaniens Kapitänin Irene Parédes den Pokal für die Nations League von König Felipe VI. entgegennahm und hochriss. Die Weltmeisterinnen haben den Traum der DFB-Frauen vom ersten großen Titel seit Olympia-Gold 2016 gnadenlos platzen lassen. 

Beim klaren 0:3 (0:0) im Final-Rückspiel der Nations League in Madrid führten die Spanierinnen das Team von Bundestrainer Christian Wück nach der Pause phasenweise vor - und begeisterten die 55.843 Zuschauer im Estadio Metropolitano mit Traumtoren.

«Können sehr, sehr stolz sein» 

«In der zweiten Halbzeit haben wir das Niveau nicht halten können», bilanzierte Wück in der ARD. «Wir haben alles investiert. Irgendwann haben die Kräfte nachgelassen.» Stürmerin Klara Bühl meinte: «Das tut extrem weh, aber ich glaube, wir können sehr, sehr stolz sein.» 

Zweimal Clàudia Pina (61. und 74. Minute) sowie Supertalent Vicky López (68.) trafen für die alten und neuen Nations-League-Champions. Beim ersten Gegentor sah Ann-Katrin Berger nicht allzu gut aus. Dass ihre Vorderleute in der Folge völlig einbrachen, lag indes nicht an der sonst aufmerksamen Torhüterin.

«Daran können wir wachsen»

«Wir können viel Positives mitnehmen, vor allem aus dem ersten Spiel. Ich glaube, das 1:0 hat uns das Genick gebrochen», sagte Sjoeke Nüsken über die «total effizienten Spanierinnen». Die Mittelfeldspielerin versicherte aber: «Daran werden wir arbeiten, daran können wir wachsen.» 

Der sonst im gut elf Kilometer entfernten Königspalast residierende König Felipe VI. sah eine hochklassige Partie, geprägt von hohem Tempo und intensiven Zweikämpfen. DFB-Kapitänin Giulia Gwinn zog es in der Anfangsphase bei einem Privatduell mit Pina sogar ihren rechten gelben Schuh aus.

Artistischer Seitfallzieher von Esther González

Deutschland hatte beim 0:0 im Hinspiel den Gegner klar dominiert. «Sehr, sehr druckvoll» werde Spanien beginnen, mutmaßte der Coach - und lag damit völlig richtig. Esther González, die im weiteren Verlauf noch mit einem artistischen Seitfallzieher auffällig wurde, hätte die Heimelf nach fünf Minuten in Führung bringen müssen, schob den Ball aber knapp am Tor vorbei. Direkt danach zwang Alexia Putellas per Kopf Berger zu einer ersten Flugeinlage.

Spanien musste auf die dreimalige Weltfußballerin Aitana Bonmatí vom FC Barcelona verzichten, die sich im Training am Sonntag das linke Wadenbein gebrochen hatte. Nach der Operation am Dienstag wird die 27-Jährige laut Club-Angaben rund fünf Monate ausfallen. Für Bonmatí schickte Cheftrainerin Sonia Bermúdez deren Vereinskollegin López in ihre Startelf.

Dieses Mal eher Chancen-Ebbe beim DFB-Team

Die 19 Jahre alte Ausnahmespielerin, die über die rechte offensive Seite vorpreschte, zeigte schon vor der Pause gute Ansätze. Doch die im Vergleich zum Hinspiel unveränderte DFB-Startelf hielt nach dem stürmischen Auftakt stark dagegen. Nur herrschte statt der Hinspiel-Chancenflut eher Ebbe. Zwei Halbdistanz-Schüsse, abgegeben von Franziska Kett und Jule Brand, hielt Spaniens Torhüterin Cata Coll mühelos fest.

Als die Pause nahte, übernahmen wieder die Spanierinnen. Caldentey versemmelte eine Direktabnahme, Pina trat einen Freistoß knapp vorbei und López zielte bei einem feinen Schlenzer etwas zu hoch. Die letzte spanische Chance vor dem Seitenwechsel leitete Berger mit einem Fehlpass ein. Ihren Patzer machte die 35-Jährige wieder wett, indem sie Caldenteys Schuss stark parierte. 

Anyomi vergibt dicke Chance zur Führung

Quasi im Gegenzug vergab Anyomi die größte deutsche Gelegenheit, ihr Flachschuss sauste hauchzart am Tor vorbei. Der verzweifelte Wück, der auf den Final-Tag genau vor zwei Jahren mit der männlichen U17 den WM-Titel geholt hatte, schlug die Hände vors Gesicht und kritisierte später: «Das muss einfach sitzen.» Rund 600 deutsche Fans im Oberrang des riesigen Ovals durften mit dem couragierten Auftritt trotzdem zufrieden sein.

Für den Bundestrainer lief es exakt eine Stunde lang nach Plan: «Je länger es 0:0 steht, desto größere Chancen werden wir bekommen, desto größere Räume werden sich für uns in Kontersituationen ergeben», hatte er vorab mitgeteilt. Nach Pinas Tor war klar, dass nun die Deutschen initiativ werden mussten. Wück reagierte mit zwei Wechseln: für die oft unglückliche agierende Anyomi kam Shekiera Martinez, Cora Zicai ersetzte die unauffällige Selina Cerci.

Die Tore aber fielen auf der anderen Seite: López traf mit links sehenswert ins lange Eck, Berger war diesmal machtlos. Noch schöner machte es dann Pina, deren wuchtiger Distanzschuss alle deutschen Titel-Träume beerdigte. Die von den Rängen wabernden Olé-Rufe dürften den deutschen Spielerinnen noch eine Weile in den Ohren hängen.

Wie schon im EM-Halbfinale im Sommer in der Schweiz zogen die DFB-Frauen am Ende den Kürzeren. An diesem Mittwoch winkt zumindest ein großes Trostpflaster: Die Europäische Fußball-Union entscheidet über die Ausrichtung der Frauen-EM 2029. Der DFB konkurriert mit der gemeinsamen Bewerbung von Dänemark und Schweden sowie der Einzel-Kandidatur aus Polen.

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02.12.2025 · 20:51 Uhr
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