Turbulenzen bei Tesla: Auslieferungen und Musks politische Rolle im Fokus
Die Auslieferungen von Tesla erlebten im ersten Quartal einen merklichen Einbruch. Nach Umstellungen beim Modell Y und den anhaltenden Kontroversen um Elon Musk, beförderte der Elektroauto-Pionier zwischen Januar und März rund 336.681 Fahrzeuge zu seinen Kunden. Das entspricht einem Rückgang von etwa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und enttäuschte die Analystenerwartungen deutlich.
Besonders in Europa und China zeigte sich der Rückgang in den ersten Monaten des Jahres 2025 deutlich. Die Neuzulassungen in der EU gingen um 49 Prozent zurück, während in Deutschland im Februar ein drastischer Rückgang der Neuzulassungen zu verzeichnen war. Auch im wichtigen chinesischen Markt verzeichnete Tesla ein Minus bei den Auslieferungszahlen.
Ein wesentlicher Faktor könnte der Umstieg auf eine neue Generation des Erfolgsmodells Model Y sein. Die Umstellung der Produktionslinien führte zu einer mehrwöchigen Pause, was den Absatz zusätzlich bremste. Branchenexperten wie Bryn Talkington geben jedoch zu bedenken, dass Tesla Zeit benötigen wird, um diesen Effekt vollends zu absorbieren.
Eine Dimension der aktuellen Schwierigkeiten liegt in der politischen Sphäre: Tesla-Chef Elon Musk sorgte mit seiner Nähe zu Donald Trump für Schlagzeilen. Seine Rollen und Aussagen führten zu Boykottaufrufen und Protestaktionen, und einige Skeptiker befürchten, dass Musks politische Agenda dem Markenimage schadet. Von US-Regierungsseite erhält Musk weiterhin Unterstützung. Minister bekundeten Musk demonstrativ den Rücken, während sich Tesla-Kritiker weiterhin lautstark zu Wort melden.
Für Verstimmung sorgte insbesondere Musks offensive Rhetorik und sein politisches Engagement in Deutschland und Großbritannien. Mit der Aussicht auf Innovationen wie Robotaxis und humanoiden Robotern hofft Musk, den Wandel zu Tesla als einem der wertvollsten Unternehmen der Welt anzutreiben. Kritiker jedoch stellen die realistische Umsetzbarkeit infrage.
Das Vertrauen in die Marke Tesla leidet auch aufgrund der heftigen Konkurrenz im wichtigen Markt China. Der Aktienkurs von Tesla spiegelt die unsichere Lage wider. Während er anfänglich nach der Wahlnacht positiv reagierte, fiel er zuletzt wieder auf den Stand von Oktober zurück. Doch neue Gerüchte über Musks möglichen Rückzug aus der politischen Bühne sorgten kurzzeitig für eine Erholung und ließen den Kurs wieder ansteigen.

