Tschechische Medienlandschaft in Aufruhr: Petition gegen geplante Finanzierungsänderungen
Die tschechische Medienlandschaft erlebt aktuell eine turbulente Phase: Rund 1.800 Mitarbeitende aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen Tschechiens haben eine Petition unterzeichnet, um vor den Gefahren staatlicher Einflussnahme zu warnen. Im Zentrum der Debatte steht die Forderung zur Beibehaltung des bestehenden Rundfunkgebührensystems, das als Garant für Unabhängigkeit und Stabilität gilt.
Die neue rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident und Milliardär Andrej Babis beabsichtigt hingegen, die Sender Ceska televize (CT) und Cesky rozhlas (CRo) ab 2027 direkt aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Die Unterzeichner der Petition betonen, dass sie weiterhin der Öffentlichkeit und nicht den politischen Akteuren – gleich welcher Couleur – verantwortlich bleiben wollen.
Zu den prominenten Unterstützern dieser Initiative gehören bekannte Gesichter aus dem Medienumfeld wie Marcela Augustova, Michal Kubal und Svetlana Witowska. Diese Persönlichkeiten versprechen sich von der Beibehaltung des bisherigen Finanzierungsmodells, welches durch Gebühren von derzeit umgerechnet 6,18 Euro für das Fernsehen und 2,27 Euro für das Radio besteht, eine kontinuierliche Unabhängigkeit der Berichterstattung.
Bereits im Vorfeld hatten die Intendanten der betroffenen Sender an die Regierung appelliert, in die Diskussion um zukünftige Finanzierungsmodelle einbezogen zu werden. Bislang bleibt das Kabinett der rechtspopulistischen Partei ANO, der Autofahrerpartei Motoristen sowie der ultrarechten Partei Freiheit und direkte Demokratie, die seit Dezember Tschechien regiert, jedoch inaktiv in dieser Angelegenheit.

