Trumps Zolloffensive: Herausforderungen für den Welthandel
Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel (BGA), Dirk Jandura, sieht mit Sorge auf die von Trump ins Leben gerufene Zolloffensive. Diese Maßnahme, die eine erhebliche Erhöhung der Zölle für über 100 Handelspartner vorsieht, könnte laut Jandura den Welthandel empfindlich stören. In seiner Einschätzung vergleicht er die Situation sogar mit einem 'amerikanischen Brexit', der die Welt in einen erbitterten Handelskonflikt führen könnte. Die mögliche Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums ist für ihn absehbar.
Die Europäische Union steht nun vor der Herausforderung, gezielte und kohärente Gegeninitiativen zu ergreifen. Jandura betont die Notwendigkeit eines geschlossenen Vorgehens seitens der EU, um zu demonstrieren, dass Europa sich nicht einschüchtern lässt. Ein wichtiges Mittel zur Eskalationsvermeidung sieht er in der Zusammenarbeit mit betroffenen Nationen, um die Abhängigkeit von den USA durch neue Freihandelsabkommen zu mindern.
Die exportorientierte deutsche Wirtschaft spürt bereits die Auswirkungen des angespannten Verhältnisses. 2024 sank das Exportvolumen im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf einen Wert von 1.559,7 Milliarden Euro. Angesichts der angekündigten US-Sonderzölle auf die Automobilbranche hatte der BGA bereits zuvor seine ohnehin schon zurückhaltenden Prognosen für deutsche Exporte angepasst.

