Investmentweek

Trumps Zollhammer kostet Toyota Milliarden

11. Mai 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der japanische Autoriese rechnet wegen neuer US-Einfuhrzölle mit einem Gewinneinbruch von 20 %. Auch Währungsschwankungen und steigende Kosten setzen das Unternehmen unter Druck. Die Strategie der Globalisierung steht plötzlich auf dem Prüfstand.

Ein Fünftel weniger Gewinn

Toyota hat es schwarz auf weiß: Sollte Donald Trump seine neuen Importzölle wie geplant durchsetzen, rechnet der japanische Konzern für das laufende Geschäftsjahr mit rund 20 % weniger Gewinn.

Vorstandschef Koji Sato gab sich auf der Jahrespressekonferenz in Tokio betont nüchtern – doch seine Worte wirkten wie ein Alarmsignal für die gesamte Branche:

„Ob diese Zölle dauerhaft sind und was passieren wird, ist nichts, was wir entscheiden können.“

Was der weltgrößte Autobauer nicht sagen muss: Genau das ist das Problem.

Trumps wirtschaftspolitischer Rückwärtsgang

Der neuerliche Zollkurs Washingtons richtet sich explizit gegen ausländische Autoimporte – vor allem aus China, Japan, Südkorea und Europa.

Trump will amerikanische Produktion stärken, doch seine Methoden sind brachial: Bis zu 100 % Strafzoll stehen im Raum, teilweise pauschal, teilweise differenziert. Betroffen ist dabei nicht nur die Endmontage, sondern die gesamte Lieferkette, von Batterien bis Steuergeräten.

Statt E-Autos: Toyota will mit Verbrenner Tesla Konkurrenz machen
Toyota setzt als Alternative zum E-Auto auf einen neuen, emissionsärmeren Verbrennungsmotor - und will Tesla Marktanteile abknüpfen.

Toyota – mit Milliardenumsätzen in Nordamerika – bekommt das direkt zu spüren. Der erwartete Betriebsgewinn sinkt von 4,8 auf 3,8 Billionen Yen (rund 23 Mrd. Euro).

Noch ist das kein Absturz, aber ein deutlicher Rückschritt. Und für ein Unternehmen mit so hoher operativer Effizienz ist ein Fünftel weniger Marge keine Lappalie.

Wechselkursrisiko statt Wachstum

Doch nicht nur Trump macht Toyota zu schaffen. Auch der starke Yen – getrieben vom schwächeren Dollar – zehrt an den Exportgewinnen. Toyota produziert zwar viele Fahrzeuge im Ausland, doch ein bedeutender Teil der Gewinne fließt über die Zentrale in Japan. Die Währungsbewegung trifft damit direkt ins Herz der Bilanz.

„Der Gewinnrückgang ist kein Einmaleffekt“, sagt ein Toyota-naher Analyst. „Das ist ein strukturelles Problem: Währungsrisiken, geopolitische Unsicherheit, nationalistische Industriepolitik. Toyota steht plötzlich in einem Umfeld, das mit den vergangenen zwei Jahrzehnten nichts mehr zu tun hat.“

Verlagerung oder Verlust – eine bittere Rechnung

Sollte Toyota auf Trumps Kurs reagieren, bleibt eigentlich nur eine Option: Produktionsverlagerung. Doch das ist leichter gesagt als getan. Neue Werke in den USA aufzubauen, würde Jahre dauern – und Milliarden kosten.

Die bestehenden US-Fabriken reichen nicht aus, um sämtliche Nordamerika-Exporte zu ersetzen. Noch dazu drohen höhere Löhne, strengere Umweltauflagen und politische Unwägbarkeiten.

Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit vom US-Markt enorm: Fast ein Drittel des operativen Gewinns stammt aus Nordamerika.

Bitcoin vor dem nächsten Höhenflug? Warum Standard Chartered jetzt 200.000 Dollar sieht
Die britische Großbank rechnet noch im Sommer mit einem neuen Allzeithoch – und nennt klare Gründe: geopolitische Verschiebungen, institutionelles Interesse und das Verhalten der Wale. Was dran ist an der Prognose.

Schwacher Trost aus Japan, Schatten in China

Während Toyota in den USA kämpft, bringt wenigstens der Heimatmarkt stabile Zahlen. Im Schlussquartal stieg der Gewinn in Japan um 18 % – ein Lichtblick.

In China dagegen wird der Druck spürbar größer: Die einheimischen E-Auto-Marken laufen Toyota und anderen traditionellen Herstellern zunehmend den Rang ab. Zwar verlor Toyota dort weniger Marktanteil als Honda oder Nissan, doch auch das ist nur ein relativer Erfolg.

Branche im Nebel – andere Hersteller schweigen lieber

Während Toyota als Erster konkrete Zahlen nennt, meiden andere große Hersteller bislang eine verbindliche Prognose.

Mercedes-Benz und Stellantis üben sich in Zurückhaltung, Volkswagen klammert die Zolleffekte in seiner Planung bewusst aus. Kein Wunder: Die geopolitische Lage ist volatil, und keine PR-Abteilung will derzeit mit Hiobsbotschaften Schlagzeilen machen.

Toyota hingegen zeigt Flagge – vielleicht auch, um politischen Druck zu erzeugen. Die Botschaft ist klar: Wenn Protektionismus der neue Normalzustand wird, werden selbst die Größten verwundbar.

Globalisierung auf dem Rückzug

Was dieser Fall zeigt, geht über Toyota hinaus. Jahrzehntelang galt internationale Integration als Erfolgsrezept – für Automobilhersteller ebenso wie für andere Industrien. Jetzt gerät dieses Modell ins Wanken.

Produktionsketten werden zur politischen Waffe, Freihandel zum Streitobjekt. Und Unternehmen, die jahrzehntelang auf Effizienz und Just-in-Time-Logik gesetzt haben, müssen plötzlich Rückzugsräume aufbauen.

Toyota hat früh erkannt, dass reine Exportmodelle keine Zukunft mehr haben. Doch die aktuellen Zahlen zeigen: Selbst ein Konzern mit jahrzehntelanger Erfahrung in globalem Risikomanagement kann sich nicht immunisieren – wenn die Politik Wirtschaft zur Geisel macht.

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 11.05.2025 · 20:00 Uhr
[0 Kommentare]
kostenloses stock foto zu banknoten, bargeldlose gesellschaft, berlin
Die jüngste Rede von US-Präsident Donald Trump zur Iran-Krise führte zu einem Rückgang des Bitcoin-Kurses (BTC) von $69.000 auf unter $67.000. Damit wurden die Gewinne der vorherigen Sitzung zunichtegemacht, da die Märkte die Wahrscheinlichkeit eines längeren Konflikts neu bewerteten. Ein Bericht von XWIN Research Japan zeigt, dass der […] (00)
vor 27 Minuten
Prinzessin Leonor absolviert ihren ersten Soloflug
Kopenhagen (dpa) - Eine Karriere beim Militär? In Europas Königshäusern ganz normal - von Queen Elizabeth II. bis zur jüngsten Generation. Im Sommer tritt die dänische Prinzessin Isabella ihren Wehrdienst an. Andere junge Royals haben die militärische Ausbildung schon hinter sich. Mancherorts haben Königskinder in Tarnuniform in diesen unsicheren Zeiten sogar […] (00)
vor 39 Minuten
Johnny Depp, Alice Cooper und Joe Perry werden von einem slowakischen Veranstalter verklagt.
(BANG) - Die Band Hollywood Vampires wird von einem slowakischen Veranstalter verklagt, der behauptet, nach der kurzfristigen Absage eines Konzerts im Jahr 2023 keine Rückerstattung erhalten zu haben. Johnny Depp, Alice Cooper und Joe Perry sehen sich mit einem neuen Rechtsstreit konfrontiert, nachdem ein europäischer Konzertveranstalter eine Klage […] (00)
vor 15 Stunden
Apple iPad Air 3 WLAN landet auf der Vintage-Liste
Apple hat nun auch die WLAN-Version des iPad Air 3 offiziell in seine sogenannte Vintage-Liste aufgenommen. Damit folgt das Tablet den Mobilfunk-Modellen, die diesen Status bereits zuvor erreicht hatten. Das beliebte Gerät feierte vor gut sieben Jahren, im März 2019, seine Markteinführung. Augmented Reality auf dem iPad, Quelle: Patrick […] (00)
vor 17 Stunden
Assassin’s Creed – Xbox Free Play Days und zusätzlich Rabatte im Store
Während der Xbox Free Play Days können vom 2. bis 6. April alle Xbox-Spieler: innen kostenlos auf die folgenden Titel der  Assassin’s Creed -Reihe zugreifen, ohne dass eine Xbox Game Pass-Mitgliedschaft erforderlich ist: Assassin’s Creed Unity Assassin’s Creed Syndicate Assassin’s Creed Origins Assassin’s Creed Odyssey […] (00)
vor 11 Stunden
Neue Folgen von «Phineas und Ferb» feiern deutsche TV-Premiere
Die Kult-Animationsserie kehrt mit ihrer fünften Staffel ins deutsche Fernsehen zurück. Die beliebten Zeichentrickhelden aus Phineas und Ferb melden sich zurück: Ab Montag, 18. Mai, sind neue Episoden der fünften Staffel im deutschen TV zu sehen. Die Ausstrahlung erfolgt montags bis freitags um 16: 45 Uhr und markiert die Deutschlandpremiere der neuen Folgen. Auch in den neuen Episoden dreht […] (00)
vor 1 Stunde
Basketballer Ivan Kharchenkov
Indianapolis (dpa) - Statt mit dem FC Bayern in der Bundesliga gegen den Mitteldeutschen BC spielt Basketball-Nationalspieler Ivan Kharchenkov am Wochenende vor rund 70.000 Zuschauern im NFL-Stadion der Indianapolis Colts. Dass er es als Leistungsträger mit den Arizona Wildacts ins Final Four der March Madness schaffen würde, dem legendären College- […] (00)
vor 1 Stunde
First Majestic gibt Plan zur Wiederaufnahme des Betriebs der Goldmine Jerritt Canyon bekannt
Vancouver, BC, Kanada, 03.04.2026 (PresseBox) - First Majestic Silver Corp. (NYSE: AG) (TSX: AG) (FWB: FMV) (das „Unternehmen“ oder „First Majestic“) freut sich bekannt zu geben, dass das Unternehmen einen Plan zur Wiederinbetriebnahme seiner Goldmine Jerritt Canyon („Jerritt Canyon“) in Nevada, USA, auf den Weg gebracht hat. Grund dafür sind die neu […] (00)
vor 1 Stunde
 
Ein ungleiches Verhältnis Aktuelle Daten zeigen, dass das gesetzliche Rentenalter in […] (00)
Der Bedarf an Innovationen inmitten regulatorischer Druck Da die globalen Märkte […] (00)
Fortdauernde Yen-Schwäche vorhergesagt Die Strategen der UBS Group AG schlagen Alarm […] (00)
Vernichtungsschlag oder Wahnsinn? Trumps widersprüchliches Beben lässt die Welt erzittern
Der totale Sieg steht auf tönernen Füßen Donald Trump liebt die große Bühne, doch […] (04)
One zeigt «The Spanish Princess» erstmals im Free-TV
Das opulente Historien-Drama über Katharina von Aragón kommt Anfang Mai mit allen 16 Episoden […] (00)
Kanye West
(BANG) - Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat bestätigt, dass er "nicht an der […] (00)
Der 48-Stunden-Schock: Wie eine Krypto-Blockchain die Wall Street beim Ölpreis demütigte
In der Welt der Hochfinanz galt die Chicago Mercantile Exchange (CME) bislang als das […] (00)
Gianluigi Buffon
Rom (dpa) - Zwei Tage nach dem erneuten Scheitern in einer WM-Qualifikation gibt es […] (04)
 
 
Suchbegriff