Weißes Haus

Klartext über den US-Präsidenten? Stabschefin rudert zurück

16. Dezember 2025, 20:59 Uhr · Quelle: dpa
Trump und Wiles in Washington
Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, hat überraschend einen Einblick in den innersten Machtzirkel der US-Regierung gegeben. (Archivfoto)
Susie Wiles' Aussagen über Donald Trump sorgen für Aufsehen in seinem Umfeld. Der Bericht enthüllt Details zu Kritik, Rücknahmen und politischen Konflikten.

Washington (dpa) - Es sind brisante Aussagen über US-Präsident Donald Trump - und sie kommen ausgerechnet aus seinem innersten Machtzirkel. Er habe die «Persönlichkeit eines Alkoholikers», sagte Trumps Stabschefin Susie Wiles dem Magazin «Vanity Fair». 

Auch wenn sie rasch nach Veröffentlichung des Artikels zurückruderte und dem Magazin vorwarf, die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen zu haben: Die Passagen über ihre Zeit an der Seite Trumps lesen sich erstaunlich unverblümt und manchmal harsch. Dieser zeigte sich im Gespräch mit dem Boulevardblatt «New York Post» gelassen.

Trump bezeichnet Wiles als «fantastisch»

Er konsumiere zwar keinen Alkohol, sagte Trump demnach. «Aber ich habe oft gesagt, dass ich, wenn ich trinken würde, eine sehr gute Chance hätte, Alkoholiker zu werden», zitierte das Blatt den mächtigsten Mann der Welt. Trump sprach Wiles sein Vertrauen aus und bezeichnete sie als «fantastisch».

Die «Vanity Fair» veröffentlichte ihren langen Artikel am Dienstagmorgen in zwei Teilen. Grundlage des Textes sind den Angaben zufolge Gespräche mit Wiles an elf verschiedenen Tagen. In dem Artikel werden teils nur Fragmente ihrer Aussagen zitiert, und nicht ganze Sätze. Das gilt auch für die «Persönlichkeit eines Alkoholikers»-Aussage.

Wiles behauptet, Aussagen seien aus dem Kontext gerissen worden

Ein anderes Wiles-Urteil über Trump lautet: «Er handelt in der Überzeugung, dass es nichts gibt, was er nicht schaffen kann. Nichts, absolut nichts.» 

In ihrer auf X veröffentlichten Reaktion wirft Wiles «Vanity Fair» vor, «wesentliche Zusammenhänge» in dem Artikel zu ignorieren und viele Einzelheiten auszulassen. Wiles dementiert allerdings nicht, die Aussagen aus dem Text getroffen zu haben.

Sie gehe davon aus, dass «ein überwiegend chaotisches und negatives Bild» von Präsident Trump und dessen Team gezeigt werden sollte. Der Text sei ein «unaufrichtig verfasster, verleumderischer Angriff auf mich und den besten Präsidenten, das beste Team des Weißen Hauses und das beste Kabinett der Geschichte». 

Als Stabschefin ist Wiles eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in Trumps Zirkel. Umso verwunderlicher sind ihre Aussagen, die veröffentlicht wurden, noch bevor der Präsident das erste Jahr seiner zweiten Amtszeit hinter sich gebracht hat. Wiles gilt als enge Vertraute Trumps und hat ihn über Jahre hinweg auf verschiedenen Positionen begleitet. 

Rückendeckung bekam Wiles nach ihrer Reaktion von Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. «Präsident Trump hat keine wichtigere und loyalere Beraterin als Susie», schrieb sie ebenfalls auf X und verwies auf Wiles' Post zur Klarstellung. Auch Russell Vought, Chef des US-Haushaltsamtes, stellte sich hinter die Stabschefin. Wiles sei stets eine verlässliche Partnerin gewesen, die ihn dabei unterstützt habe, die Ziele Trumps zu erreichen, schrieb er auf X. Trumps Sohn, Donald Trump Jr., bezeichnete Wiles als «die effektivste und vertrauenswürdigste Stabschefin, die mein Vater je hatte».

Vize-Präsident JD Vance sagte auf einer Veranstaltung in Pennsylvania, er habe den Text bislang nicht gelesen. Zugleich stellte er klar, dass Wiles' Loyalität genau das sei, was sie zur «besten Stabschefin» mache, die sich der Präsident wünschen könnte. Laut «Vanity Fair» hatte Wiles gesagt, Vance sei seit einem Jahrzehnt «ein Verschwörungstheoretiker».

In dem Artikel äußert Wiles sich auch über Trumps Vorgehen gegen Kritiker und politische Gegner. Man könne durchaus den Eindruck gewinnen, dass es sich um Vergeltungsaktionen handele. Dem sei allerdings nicht so, sagte sie weiter. 

«Ich glaube nicht, dass er morgens aufwacht und an Rache denkt. Aber wenn sich die Gelegenheit bietet, wird er sie nutzen.» Trump geht immer wieder auch juristisch gegen seine Kritiker vor, zuletzt etwa gegen seinen Ex-Berater John Bolton oder den früheren FBI-Chef James Comey.

Wiles: Trump will, dass Maduro aufgibt

Über Trumps Motivation im schwelenden Konflikt mit Venezuelas autoritärem Herrscher Nicolás Maduro sagte Wiles: «Er will so lange Boote in die Luft jagen, bis Maduro aufgibt. Und Leute, die sich damit viel besser auskennen als ich, sagen, dass er das auch schaffen wird.» In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt zwischen Washington und Caracas immer weiter zugespitzt.

US-Zölle sollen Trump-Berater gespalten haben

Zu den Zöllen auf Einfuhren aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten sagte Wiles, dass diese unter Trumps Beratern Differenzen hervorgerufen hätten. «Es gab große Meinungsverschiedenheiten darüber, ob (die Zölle) eine gute Idee seien», sagte sie. So hätten einige die Zölle für ein Allheilmittel gehalten, andere rechneten dagegen mit einer Katastrophe. 

Wiles: Keine Beweise für Clintons Anwesenheit auf Epstein-Insel

Auch über den Epstein-Skandal, der zuletzt mehr und mehr zu Belastung für Trump wird, äußert Wiles. Trump habe fälschlicherweise behauptet, der frühere US-Präsident Bill Clinton sei auf einer Privatinsel des gestorbenen Sexualverbrechers gewesen. «Es gibt keine Beweise dafür», sagte Wiles. Ein Sprecher Clintons hatte bereits vor Jahren erklärt, Clinton sei «nie auf Little St. James Island, Epsteins Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida» gewesen. 

Auch über Trumps Umfeld spricht Wiles

Auch über andere Vertraute Trumps äußert Wiles sich in den Gesprächen mit der «Vanity Fair». Multimilliardär Elon Musk, der zeitweise ein enger Vertrauter Trumps war, sei ein «bekennender Ketamin-Konsument», während Justizministerin Pam Bondi bei der Bearbeitung der Epstein-Akten «völlig versagt» habe.

Regierung / Personalien / USA
16.12.2025 · 20:59 Uhr
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