Iran-Krieg

Trumps Fehde mit Großbritannien: «Werden uns erinnern»

08. März 2026, 17:33 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump
Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Trumps Zorn richtet sich wieder gegen Großbritannien. (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump erwartet von den Verbündeten bedingungslose Unterstützung. Und was passiert, wenn diese zunächst ausbleibt? Das bekommt jetzt Großbritannien zu spüren.

London (dpa) - Mit erneut spöttisch-kritischen Aussagen zur britischen Unterstützung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump das Verhältnis zum einst engsten Verbündeten weiter belastet. «Wir brauchen keine Leute, die erst in den Krieg eintreten, nachdem wir ihn bereits gewonnen haben», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Den britischen Premierminister Keir Starmer griff der US-Präsident namentlich an - am Sonntagnachmittag telefonierten die beiden. 

Inwieweit das Gespräch, in dem es der britischen Regierung zufolge um die «militärische Zusammenarbeit» durch die US-Nutzung von Stützpunkten der Royal Air Force ging, zu einer Aussöhnung beitrug, blieb offen. In seinem Social-Media-Beitrag hatte Trump keinen Zweifel an seiner kritischen Haltung gelassen.

Die laut Medienberichten angedachte Entsendung eines britischen Flugzeugträgers in die Konfliktregion, Trump schrieb von zwei, sei nicht mehr nötig. «Das ist okay, Premierminister Starmer, wir brauchen sie jetzt nicht mehr - aber wir werden uns erinnern», warnte Trump. Wenig später sagte der US-Präsident an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One: «Vor zwei Wochen hätten wir sie gut gebrauchen können.»

Die Briten hatten den US-Streitkräften erst mit Verzögerung die Nutzung ihrer Stützpunkte für den Krieg gegen den Iran genehmigt. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, dass es auch jetzt um «spezifische Verteidigungsoperationen» gehe. Auf der britischen Luftwaffenbasis Fairford landeten am Wochenende US-Langstreckenbomber, in der Krisenregion sind britische Kampfjets zur Abwehr von Drohnen und Raketen im Einsatz.

Starmers «ruhige, besonnene Herangehensweise»

An direkten Angriffen auf den Iran will sich Starmers Regierung aber nicht beteiligen - was auch mit der jüngeren Vergangenheit zu tun hat. Die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs trägt es dem früheren Labour-Premierminister Tony Blair weiterhin nach, den USA 2003 in den Irak-Krieg gefolgt zu sein. Die Invasion mit all ihren Folgen wird in Großbritannien mittlerweile als Desaster bewertet.

Die Briten bemühten sich am Morgen nach der Kritik des US-Präsidenten um Schadensbegrenzung. Der Premierminister werde nicht zu «Rhetorik oder Übertreibungen» greifen und sich auf eine «ruhige, besonnene Entscheidungsfindung» konzentrieren, sagte Außenministerin Yvette Cooper im Sender Sky News. Die Menschen sollten sich auf Inhalte fokussieren, nicht auf Social-Media-Beiträge.

Der Stil von Starmers Politik sei anders. «Und ich denke, diese ruhige, besonnene Herangehensweise an diese großen, ernsten internationalen Fragen - ich halte das für richtig», sagte die Parteikollegin des Premiers. Das entspreche auch im Allgemeinen eher dem britischen Charakter. Cooper sagte, es gehe darum, «sicherzustellen, dass wir tatsächlich aus einigen der Dinge lernen, die im Irak schiefgelaufen sind».

Blair gilt mittlerweile als enger Verbündeter von Trump. Der frühere Premier spielt eine Rolle im umstrittenen Friedensrat des US-Präsidenten und in einem Gremium, das die Ziele des Rats im Gazastreifen umsetzen soll. Die «Daily Mail» zitierte Blair am Wochenende mit den Worten, dass Großbritannien die USA seiner Meinung nach von Anfang an hätte unterstützen sollen.

Trumps Rundumschlag gegen Verbündete

Neben Großbritannien hatte Trump vor einer Woche auch Spanien scharf kritisiert. Während des Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus echauffierte sich der US-Präsident darüber, dass die Spanier die Nutzung ihrer Stützpunkte untersagt hätten. «Sie waren unfreundlich», sagte Trump, der die deutsche Haltung dagegen ausdrücklich gelobt hatte.

Ohne Starmers Namen zu nennen, sagte Trump, sie hätten es eben nicht mit Winston Churchill zu tun. Der legendäre Premierminister hatte die Briten mit ihren Alliierten durch den Zweiten Weltkrieg geführt. Churchill hatte außerdem große Entscheidungsgewalt beim von den USA und Großbritannien initiierten Sturz des demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh 1953.

Wie lange Trumps Verärgerung über Starmer und den britischen Kurs anhält, ist kaum vorherzusehen. Grundsätzlich gilt der US-Präsident mit schottischer Mutter als großer Verehrer des Vereinigten Königreiches, im vergangenen September ließ er sich bei einem Staatsbesuch bei König Charles III. feiern. Zur Feier von 250 Jahren Unabhängigkeit wird der König im Gegenzug in diesem Jahr eigentlich auch in den USA erwartet.

Starmers innenpolitische Probleme 

Für den britischen Premier fallen die verbalen Angriffe des US-Präsidenten in eine Zeit, in der er ohnehin mit zahlreichen Krisen zu kämpfen hat. Bei den Kommunalwahlen im Mai droht eine deutliche Niederlage gegen die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Wegen der Verwicklung des deshalb abberufenen britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, in den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schien ein Rücktritt Starmers Ende vergangenen Jahres zwischenzeitlich kaum noch vermeidbar.

«Während die Oppositionsparteien versuchen, Großbritannien auf der Weltbühne zu untergraben, konzentriert sich meine Labour-Regierung darauf, die britischen Bürger im In- und Ausland zu schützen», schrieb Starmer in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Sunday Mirror», der vor Trumps neuerlichen Attacken entstanden war.

Krieg / Konflikte / Israel / USA / Iran / Großbritannien / Trump
08.03.2026 · 17:33 Uhr
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