Trumps Einwanderungspolitik: Ein Beben für die US-Wirtschaft?
Die von Präsident Donald Trump initiierten Maßnahmen zur Verschärfung der Einwanderungskontrollen könnten tiefgreifende Auswirkungen auf die Wirtschaft der USA haben, sowohl kurzfristig als auch langfristig. Seit Jahrzehnten stützt sich die amerikanische Wirtschaft auf die Arbeitskraft von Einwanderern, legal wie illegal. Trumps rigoroses Durchgreifen, sowohl an den Grenzen als auch durch Massendeportationen, verändert diesen Status quo erheblich und sorgt für Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft des Landes.
Zu den Maßnahmen gehören medienwirksame Razzien am Arbeitsplatz durch das Department of Immigration and Customs Enforcement sowie verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an der südlichen Grenze. Ein von Trump unterzeichnetes Steuer- und Ausgabengesetz umfasst rund 150 Milliarden Dollar für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze und Grenzsicherheit in den kommenden vier Jahren, einschließlich 46,5 Milliarden Dollar für die Verstärkung der Grenzmauer. Diese Entwicklungen haben Experten dazu veranlasst, die weitreichenden Konsequenzen für die US-amerikanische Wirtschaft unter die Lupe zu nehmen.
Der Kongress schätzt, dass sich die US-Bevölkerung bis 2035 um 4,5 Millionen verringern könnte, verglichen mit früheren Prognosen. Besonders betroffen sind hierbei 2,1 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 25 und 52 Jahren. Zudem könnte die Bevölkerung früher zu schrumpfen beginnen, als bisher angenommen. Kritische Stimmen warnen jedoch, dass Vorhersagen aufgrund von Unsicherheiten revidiert werden könnten.
Ein deutlicher Rückgang der Arbeitskräfte bedeutet, dass viele Arbeitsstellen unbesetzt bleiben könnten. Eine Analyse von Oxford Economics zeigt, dass dies zu einem leichten Anstieg des Verhältnisses von offenen Stellen zu arbeitslosen Menschen führt. Dies könnte paradoxerweise die Arbeitslosenquote relativ niedrig halten, obwohl die Zahl der offenen Stellen abnimmt. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, betonte, dass der Arbeitsmarkt derzeit in einem kuriosen Gleichgewicht sei.
In Pennsylvania gab es ein eindrückliches Beispiel, bei dem ein Milchbauer seine Kühe verkaufen musste, weil keine Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Während Trumps Politik darauf abzielt, Bedingungen für gebürtige Arbeiter zu verbessern, zeigt eine Untersuchung des Penn Wharton Budget Models, dass dies nicht für alle gilt. Zwar könnten Löhne für niedrig qualifizierte Arbeiter steigen, jedoch nur, wenn die Maßnahmen über einen längeren Zeitraum Bestand haben.
Dem steht gegenüber, dass hochqualifizierte Arbeitskräfte langfristig Verluste erleiden könnten. Die Kosten der Deportationen sind hoch, was die Defizite im Haushalt erheblich erhöht. Das Wharton-Modell geht von einem jährlichen Rückgang von 10% der unbefugten Einwanderer aus, was die Bevölkerung stärker ausdünnt, als bisher prognostiziert.

