Trump verschiebt Zolldrohung: Neue Frist für Handelsgespräche mit der EU
US-Präsident Donald Trump plant, die Einführung der ursprünglich bis Mittwoch, den 9. Juli, gesetzten Sonderzölle auf den 1. August zu verschieben. Diese Entscheidung wird durch ein Dekret formalisiert, das Trump nach Angaben seiner Sprecherin Karoline Leavitt schon am Montag unterzeichnen möchte. Damit sind die Importaufschläge vorerst aufgeschoben, doch bleiben viele Fragen ungeklärt - nicht zuletzt, wie die künftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA aussehen werden.
Die Europäische Union stand ebenfalls vor dem Fristablauf am Mittwoch, ohne dass bislang eine klare Einigung getroffen wurde. Anhaltende Verhandlungen mit den USA zeichnen ein ungewisses Bild des Ausgangs. Was diese neue Frist konkret für die EU bedeutet, bleibt zunächst offen.
Parallel dazu wurden erste Schreiben mit neuen Zollvorgaben von Trump an Länder wie Japan, Südkorea, Südafrika und Malaysia versendet. Die Weiße-Haus-Sprecherin betonte, dass entweder wechselseitige Zölle in Kraft treten oder Vereinbarungen getroffen werden. Trump hofft auf eine Fortsetzung der positiven Verhandlungsentwicklung.
Die EU verfolgt derweil eine Grundsatzvereinbarung zur Lösung des Zollstreits. Wie ein Sprecher in Brüssel berichtete, telefonierte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag mit Trump über den aktuellen Stand der Gespräche. Man befinde sich laut dem Sprecher "am Anfang der Schlussphase", doch Details wurden nicht bekanntgegeben.
Derweil gibt sich Trump optimistisch: Er hofft aufgrund der verschickten Briefe auf zahlreiche schnelle Handelsabschlüsse. Finanzminister Scott Bessent äußerte gegenüber CNN die Erwartung, dass rasch Vereinbarungen folgen könnten. Rund 100 kleinere Länder erhielten ebenfalls diese Mitteilungen, denen zufolge sie ohne Einigung zum Zollniveau vom 2. April zurückkehren würden – dem Tag der Ankündigung von Trumps umfassendem Zollpaket.

