Trump und die Zolldrohungen: Adyen muss Wachstumsprognose anpassen
Der internationale Zahlungsdienstleister Adyen sieht sich durch den Handelskonflikt, angestoßen von Donald Trumps Zolldrohungen, gezwungen, seine Wachstumsprognosen zu revidieren. Trotz der Bestätigung der Margenprognose und der Zuversicht in den mittelfristigen Geschäftsaussichten enttäuschte das Unternehmen mit seinen Ergebnissen für das erste Halbjahr, was die an der Börse gelistete Aktie gehörig ins Taumeln brachte.
Der durch die Zolldiskussionen verursachte Rückgang in der Zahlungsabwicklung führte dazu, dass das für dieses Jahr geplante Wachstumstempo nicht realisierbar erscheint. Adyen verkündete, dass der Umsatz, währungsbereinigt, im laufenden Jahr voraussichtlich nur dem Zuwachs des ersten Halbjahres entsprechen wird. Die Umsatzerlöse stiegen in den sechs Monaten bis Juni um 20 Prozent auf fast 1,1 Milliarden Euro, während das währungsbereinigte Wachstum bei 21 Prozent lag. Ein Jahr zuvor verzeichnete das Unternehmen einen Erlösanstieg von 23 Prozent auf zwei Milliarden Euro.
Beim operativen Gewinn meldete Adyen hingegen Erfolge: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erhöhte sich um 28 Prozent auf 544 Millionen Euro, und die operative Marge stieg um vier Prozentpunkte auf beeindruckende 50 Prozent. Für das laufende Jahr bleibt Adyen optimistisch hinsichtlich einer leichten Margenverbesserung, wenn auch mit gedrosseltem Tempo im Vergleich zu vorherigen Jahren.
Die Börse reagierte zunächst panisch auf die gesenkte Wachstumsprognose, und die Aktie verlor bis zu einem Fünftel ihres Wertes. Zwar konnte sich der Kurs bis zum Nachmittag leicht erholen, gab jedoch noch um etwa achteinhalb Prozent nach und markierte damit den schwächsten Wert im EuroStoxx 50-Index. Die jahresbezogene Performance der Aktie bleibt negativ, mit starken Kursschwankungen seit Beginn des Jahres, die vom Einfluss der Zollmaßnahmen geprägt sind.
Beeindruckend ist dennoch der langfristige Erfolg von Adyen, das seit 2018 an der Börse gelistet ist und vom Boom des Karten- und Online-Handels profitiert. Von ihrem Rekordhoch im Herbst 2021 ist die Aktie jedoch weit entfernt, ein Indiz für die Herausforderungen, die das Unternehmen in der unsicheren globalen Handelsumgebung meistert. Die Anteile von Adyen verzeichneten einen signifikanten Kursanstieg seit ihrem Börsendebüt, spiegelnd das Vertrauen zahlreicher namhafter Kunden wie Booking.com, Delivery Hero, Ebay, Easyjet, Spotify und Zalando wider.

