Trump und die Zollandrohung: Ein Tanz auf Messers Schneide
US-Präsident Trump setzt auf umstrittene Druckmittel, die an Mafia-Praktiken erinnern, und scheint sich aufgrund der bislang ruhigen Reaktion der Finanzmärkte im sicheren Fahrwasser zu wähnen - allerdings ist dies möglicherweise trügerisch. Die EU steht nun vor einer strategischen Entscheidung: Unbeirrt auf Verhandlungen setzen, um den Dialog nicht vorzeitig abzubrechen, oder die für den 15. Juli angedrohten Gegenzölle doch noch ins Spiel bringen?
Ein weiteres Szenario beinhaltet, das Schwert der Vergeltung zu ziehen, beispielsweise durch Sanktionen gegen amerikanische Technologieriesen. Doch ein Einknicken vor den Forderungen Trumps könnte als Schwäche ausgelegt werden. Dennoch wird sich Brüssel nicht gänzlich den Gesprächen mit Washington entziehen können, da die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen gravierend sind.
Die sicherheitspolitische Nähe zu den USA erschwert Europas Spielraum zusätzlich und erfordert wohlüberlegte diplomatische Angebote.

