Trump und der Nationalgarde-Einsatz: Ein politisches Tauziehen in Kalifornien
Im Zentrum des neuesten politischen Dramas in den USA steht der kontroverse Einsatz der Nationalgarde in Kalifornien, initiiert durch Präsident Donald Trump. Obwohl er ein mögliches Zurückrudern andeutete, betonte Trump, dass sein Eingreifen die Lage unter Kontrolle gebracht habe. Er rechtfertigte seinen Entschluss mit dem Argument, dass er durch seine Maßnahmen einen potenziellen Aufstand in Los Angeles verhindert habe.
Die Befüchtungen, Trump könnte einen Schritt weiter gehen und das reguläre Militär im Inland einsetzen, wurden nicht vollständig zerstreut. Der Präsident schloss den Einsatz von 500 Marineinfanteristen der regulären Streitkräfte nicht kategorisch aus, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Situation im Griff sei. Gleichzeitig hielt er an seiner Kritik an Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom fest, den er als 'grob inkompetent' bezeichnete.
In einer robusten Antwort haben Gouverneur Newsom und Generalstaatsanwalt Rob Bonta Klage gegen Trump und das Verteidigungsministerium eingereicht. Ihnen wird vorgeworfen, gegen den Willen des Bundesstaats die Kontrolle über die Nationalgarde übernommen zu haben. Newsom und Generalstaatsanwalt Bonta pochen darauf, dass es keine Rechtfertigung für diese Anspruchnahme gab, und kritisieren die unangekündigten Maßnahmen des Immigration and Customs Enforcement (ICE), die als Auslöser der Eskalation gesehen werden.
Auf lokaler Ebene widersprach auch Bürgermeisterin Bass der Notwendigkeit der Nationalgarde in Los Angeles. Sie unterstrich, dass die Lage sich beruhigt habe, auch wenn es kleinere Vorfälle von Vandalismus gegeben habe. Diese könnten jedoch ohne militärische Intervention bewältigt werden.
Trump hingegen erklärte, dass sein Vorgehen eine vollständige Zerstörung der Stadt verhindert habe. Die Debatte um die mögliche Festnahme von Newsom und Bass bringt zusätzliche Würze in die Angelegenheit. Während Trump die Idee zunächst positiv kommentierte, stellte Tom Homan, Trumps Überwachungsbeauftragter für Abschiebungen, klar, dass eine solche Maßnahme nicht ernsthaft in Betracht gezogen werde.
Die verstärkte Aktivität von ICE und die darauf folgenden Demonstrationen haben zu einer angespannten Atmosphäre geführt. Medial wird der unzustimmige Einsatz der Nationalgarde als außergewöhnlicher Präzedenzfall gewertet, der seit 1965 seinesgleichen sucht. Trotz einer oberflächlichen Beruhigung bleibt die Spannung in Los Angeles und anderen Städten bestehen.

