Trump setzt auf Konfrontation: "Amerika ist zurück"
In einer aufsehenerregenden Rede vor dem US-Kongress hat sich Donald Trump, sechs Wochen nach seinem Amtsantritt als Präsident, ganz dem konfrontativen Kurs verschrieben. Dieser Moment markierte die längste Rede eines Präsidenten in der modernen amerikanischen Geschichte und war voller Angriffe auf seinen Vorgänger Joe Biden sowie die Demokraten, die mit Protestschildern antworteten.
Bemerkenswert war, dass Trump, der sonst gerne improvisiert, sich diesmal strikt an das vorgegebene Skript hielt und selten vom Teleprompter abwich. Die Rede erinnerte eher an einen Wahlkampfauftritt als an eine präsidiale Ansprache. "Amerika ist zurück", tönte Trump, wobei er dem Aufruf seiner Anhänger zu "USA, USA" und ihrem Applaus zuhören durfte.
Besonders scharf ging Trump mit Joe Biden ins Gericht, indem er ihn als den "schlechtesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte" bezeichnete. Die Kritik an der Migrationspolitik und der Preisanstieg bei Eiern, zurückzuführen auf die Vogelgrippe, waren zentrale Themen seiner Ausführungen.
Auch die Außenpolitik blieb weitgehend unkommentiert, ein spannungsgeladenes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj wurde nur flüchtig erwähnt. Interessant ist Trumps wiederholte Absicht, Grönland zu einer amerikanischen Region zu machen, was für internationale Diskussionen sorgen könnte.
Eine kurze Erwähnung fand auch die Verhaftung des Verantwortlichen für das Attentat auf den Flughafen von Kabul im Jahr 2021. Der Auftritt wurde begleitet von First Lady Melania, die in den letzten Wochen eher selten an Trumps Seite zu sehen war.
Insgesamt bot diese Rede wenig neue Substanz, doch eine große Portion der gewohnten Superlative und Polarisierung, die Trump charakterisieren.

