Trump entfacht Kohle-Renaissance – mit Deutschland im Blick
US-Präsident Donald Trump hat eine neue Ära für die Kohleindustrie in den USA angekündigt und dabei Deutschland als irreführendes Vorbild in den Fokus gerückt. Ein von ihm unterzeichnetes Dekret soll die Nutzung der Kohle als Energieträger massiv unterstützen. Sämtliche Restriktionen, die den Kohleabbau und -export behindern, werden ausgesetzt, so die Anweisung an Ministerien und Behörden. Trump hatte bereits während seines Wahlkampfs die sogenannte 'saubere Kohle' in den höchsten Tönen gelobt.
In einer Zeremonie im Weißen Haus, umringt von Bergleuten in Schutzhelmen, erklärte Trump, dass bestehende regulatorische Beschränkungen im Kohlesektor gelockert werden sollen. Dies betrifft auch ältere Kraftwerke, deren Laufzeit nun verlängert werden könnte, um hoher Energiebedarf, beispielsweise von KI-Rechenzentren, zu decken. Trump machte hierbei erneut auf Deutschland aufmerksam und behauptete, dort würden neue Kohlekraftwerke en masse entstehen – eine Darstellung, die den tatsächlichen Gegebenheiten widerspricht.
Bei einem Treffen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu wiederholte Trump die Aussage, dass in Deutschland wöchentlich neue Kohleanlagen ans Netz gingen. Diese Behauptung ist jedoch falsch, da das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland 2020 in Datteln eröffnet wurde. Deutschlands Ziel bleibt der Ausstieg aus der Kohle bis 2038, mit möglichen Vorverlegungen auf 2030 durch die aktuelle Regierung. Die Verbrennung von Kohle gilt nach wie vor als eines der klimaschädlichsten Verfahren zur Energiegewinnung.
Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 wurde erstmals weltweit der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas beschlossen. Der damalige US-Präsident Joe Biden betonte 2024 in Baku abschließend, dass die globale Bewegung hin zu sauberer Energie unumkehrbar sei.

