Trump droht China mit hohen Strafzöllen: Ein drohendes Handelsbeben?
In einem bemerkenswerten Anflug verbal lauter Rhetorik hat US-Präsident Donald Trump mit drastischen Strafzöllen gegenüber China gedroht. Im Falle eines unzureichenden Exports von Magneten aus seltenen Erden könnten Abgaben von bis zu 200 Prozent drohen, ließ Trump verlauten. Diese bemerkenswerte Ankündigung fiel im Rahmen eines Treffens mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung im Weißen Haus. Sollte Peking nicht liefern, so Trump, sei die Zollerhöhung ein möglicher Ausweg.
Trump räumte zugleich ein, dass solch rigide Zollerhöhungen zu einem nahezu völligen Handelsabbruch führen könnten. "Wir besitzen mächtige Werkzeuge, und wenn wir uns dazu entschließen, sie einzusetzen, wäre dies ein radikaler Schnitt", bemerkte der Präsident. Auf die Frage, ob die drastische Maßnahme tatsächlich in Betracht gezogen würde, vertrat er jedoch den Standpunkt, dass ein solcher Schritt, wenn nötig, akzeptabel sei.
Seltene Erden, und die speziell daraus gewonnenen Magnete, sind essenziell für zahlreiche moderne Technologien und Waffen. China, als global führender Anbieter in diesem Sektor, hat in der Vergangenheit seine Exportstrategien als Druckmittel im Handelsstreit verwendet. Trumps Worte kommen zu einer Zeit, in der sich jüngst die Bemühungen um eine Verlängerung des Waffenstillstands im Handelsstreit zwischen den beiden Nationen abzeichneten.
Interessant bleibt, dass beide Nationen noch im Mai eine vorübergehende Aussetzung neuer Zölle beschlossen hatten, um Fortschritte sowohl in Handelsfragen als auch beim Zugang zu kriegsentscheidenden Technologien zu erzielen. Mit der Ankündigung, dass sich diese Woche eine chinesische Delegation unter Leitung des Unterhändlers Li Chenggang zu weiteren Gesprächen in Washington einfinden wird, bleibt abzuwarten, welche Wendung dieser ergiebige Handelskonflikt als Nächstes nehmen wird.

