Trump droht Apple mit 25 % Strafzoll – iPhone-Produktion in den USA gefordert
„25 Prozent Zoll – mindestens.“ Mit dieser Ankündigung richtet sich Donald Trump am Freitag direkt an Apple und trifft damit das Herz der globalisierten Tech-Industrie. Der ehemalige US-Präsident, erneut im Wahlkampfmodus, droht dem iPhone-Hersteller mit massiven Importabgaben auf Geräte, die nicht in den USA gefertigt werden. Auch andere Hersteller wie Samsung sollen betroffen sein. Die Zölle sollen bereits Ende Juni greifen.
Trump beruft sich dabei auf ein bereits länger schwelendes Thema: Amerikanische Produkte, so seine Forderung, sollen auch in Amerika gebaut werden. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bekräftigte er, Apple-Chef Tim Cook sei seit Langem über seine Erwartungen informiert worden – iPhones für den US-Markt seien „nicht in Indien oder sonst wo“ zu bauen.
Die Realität sieht indes anders aus. Apple hat in den letzten Jahren seine Produktion zunehmend nach Indien und Vietnam verlagert – ein Prozess, der durch Chinas COVID-Lockdowns und geopolitische Spannungen beschleunigt wurde. Die iPhone-Fertigung basiert auf einem filigran geölten System gigantischer asiatischer Fabrik-Komplexe wie in Zhengzhou, die eher urbanen Ökosystemen gleichen als klassischen Produktionsstätten.
Ein abrupter Wechsel in die USA wäre wirtschaftlich kaum tragbar. Laut Dan Ives, Analyst bei Wedbush Securities, würde ein in den Vereinigten Staaten hergestelltes iPhone auf etwa 3.500 Dollar kommen – ein Preisniveau, das Apple für den Massenmarkt de facto unbrauchbar machen würde. Auch Bloomberg Intelligence warnt vor erheblichen Einbrüchen: Die Bruttomarge des Konzerns könnte im Geschäftsjahr 2026 um bis zu 3,5 Prozentpunkte sinken.
Cook, der sich Anfang der Woche zu einem vertraulichen Gespräch im Weißen Haus eingefunden hatte, äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Plänen. Zwar kündigte Apple im Februar Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Dollar in US-Standorte an, von einer tatsächlichen iPhone-Produktion in den Vereinigten Staaten war allerdings nicht die Rede.
Am Markt sorgten Trumps Ankündigungen für unmittelbare Unruhe: Die Apple-Aktie verlor am Freitagmorgen vorbörslich vier Prozent, konnte sich bis zum Nachmittag jedoch leicht erholen. Ein Minus von rund drei Prozent blieb. Parallel legte Trump auch gegen die EU nach und kündigte Strafzölle von 50 Prozent auf europäische Waren an, wirksam ab dem 1. Juni.
Das Signal ist klar: In einer Welt, in der Lieferketten global gedacht sind, setzt Trump auf Rückverlagerung um jeden Preis – und riskiert damit nicht nur Preisexplosionen für US-Konsumenten, sondern eine tektonische Erschütterung der Tech-Industrie.

