Trump begrüßt geplante Megafusion im US-Eisenbahnsektor
US-Präsident Donald Trump hat am Freitag seine Zustimmung zu der geplanten Fusion von Union Pacific und Norfolk Southern geäußert, einem Zusammenschluss im Wert von 85 Milliarden Dollar, der die amerikanische Eisenbahnszene nachhaltig umgestalten könnte. Dieser Schritt erfolgte nach einem Treffen zwischen Trump und dem CEO von Union Pacific, Jim Vena, im Oval Office in der vergangenen Woche, bei dem die Fusion und deren regulatorische Genehmigung besprochen wurden.
Die überraschende Ankündigung der Fusion zwischen zwei der größten amerikanischen Bahnbetreiber stellt einen bedeutenden Schritt in einem hart umkämpften Markt dar. Eine derartige Fusion wäre unter der Biden-Administration und ihrer strengen Haltung gegenüber Kartellen wohl undenkbar gewesen. Doch mit Trumps Unterstützung könnte der langwierige Prüfprozess der Aufsichtsbehörden beschleunigt werden, auch wenn erheblicher Widerstand seitens der Konkurrenz und der Verlader, die um den Wettbewerb fürchten, erwartet wird.
Sollte die Fusion grünes Licht bekommen, könnte sie die US-Güterverkehrsbranche grundlegend verändern. Es entstünde das erste durchgehende Bahnnetz von Küste zu Küste, was den Betrieb effizienter gestalten und Verzögerungen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie Chicago beseitigen könnte.
Union Pacific ist Marktführer im Westen der USA, während Norfolk Southern den Osten dominiert. Gemeinsam würden sie zwei der vier großen Eisenbahngesellschaften bilden, zu denen auch BNSF Railway und CSX Corp. gehören.
Der bekannte Investor Warren Buffett, dessen Unternehmen Berkshire Hathaway BNSF Railway besitzt, äußerte sich zuletzt kritisch gegenüber weiterer Konsolidierung im Sektor und zeigte kein Interesse am Erwerb weiterer Bahnlinien. BNSF und CSX, ebenfalls bedeutende Akteure in ihren Regionen, blieben somit die einzigen großen Betreiber außerhalb eines transkontinentalen Systems.
Währenddessen hat das Weiße Haus kürzlich Michelle Schultz für eine erneute Amtszeit im Surface Transportation Board nominiert und Richard Kloster, der ein privates Beratungsunternehmen leitet, für einen offenen Sitz vorgeschlagen. Letzten Monat entließ das Weiße Haus auch Robert Primus, ein von Joe Biden ernannter ehemaliger Leiter dieser Behörde.

