Treue-Apps im Einzelhandel: Spartalent oder Datenfalle?
Die Nutzung von Treue-Apps großer Handelsketten wie Rewe, Lidl oder Kaufland verspricht Konsumenten erhebliche Einsparungen. Doch eine aktuelle Untersuchung der Vergleichs-App Smhaggle, die über 1,26 Millionen Kassenbons ausgewertet hat, zeigt: Der finanzielle Vorteil bleibt oft überschaubar.
Spitzenreiter im ersten Quartal 2025 war Kaufland, wo Nutzer der Kaufland Card durchschnittlich 2,29 Prozent ihrer Einkäufe im Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien sparen konnten, was bei einem 100-Euro-Einkauf einen Betrag von 2,29 Euro bedeutet. Andere Anbieter schnitten im Vergleich weniger gut ab. So ermittelte Smhaggle für die Drogerie dm eine Ersparnis von 1,68 Prozent, bei Lidl Plus 1,6 Prozent, Edeka 1,59 Prozent und Rossmann lediglich 1,32 Prozent.
Noch ernüchternder sind die Ergebnisse für Rewe Bonus und Penny mit Einsparungen von 0,82 Prozent und 0,75 Prozent. Das Multipartner-Programm Payback, an dem Unternehmen wie Edeka, Netto und dm beteiligt sind, bietet ebenfalls nur einen geringen Bonus von 1,38 Prozent. Laut Smhaggle-Geschäftsführer Sven Reuter sind die Einsparungen durch gezielte Aktionskäufe weit höher.
Konsumenten, die regelmäßig Produkte im Sonderangebot erwerben, könnten bis zu 30 Prozent sparen, während reine Bonusprogramme lediglich Ein- bis Zwei-Prozent-Vorteile aufweisen. Dabei bieten fast alle großen Supermärkte ihren Kunden Treue-Apps, in denen spezielle Angebote präsentiert werden und die zudem als Bindeglied zwischen Käufer und Händler dienen, indem sie auf wertvolle Kundeninformationen zugreifen.
Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage greifen dennoch fast 25 Prozent der Verbraucher nicht auf solche Apps zurück und planen dies auch nicht für die Zukunft. Ein wesentlicher Kritikpunkt bleibt die Sammlung und Analyse persönlicher Daten. 39 Prozent der Befragten äußerten Bedenken bezüglich der Datenübermittlung, während 38 Prozent es störte, dass das Kaufverhalten ausgewertet wird.
Die Meinungen zum exklusiven Zugang registrierter Kunden zu Rabatten sind gespalten: 41 Prozent befürworten, 40 Prozent lehnen es ab.

