Trassenpreise: Regierung greift ein, um Preiserhöhungen zu entschärfen
Innovative Weichenstellungen der Bundesregierung sollen den rasanten Anstieg der Trassenpreise im Schienennetz eindämmen. Durch einen nun verabschiedeten Gesetzentwurf wird der Eigenkapitalzinssatz gesenkt. Ein cleverer Schachzug, um Preiserhöhungen für Bahnreisende abzufedern.
Bereits heute belasten die Trassenpreise die Bahnunternehmen erheblich, da sie für die Nutzung der Schienen Infrastruktur-Entgelte an die DB-Tochter InfraGo zahlen müssen. Diese Gelder fließen in die wichtige Instandhaltung des Netzes. Mit der Senkung des Zinssatzes von derzeit 5,2 auf lediglich 2,2 Prozent erhofft sich die Bundesregierung, den Kostendruck im Personen- und Güterverkehr bis 2026 spürbar zu verringern.
Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege hebt die weitreichenden Auswirkungen der Trassenpreise hervor und sieht die Reform als kleinen, aber notwendigen Schritt zur Entlastung der Branche und zur Unterstützung klimapolitischer Ziele. Dennoch werden die Preise nicht gänzlich stagnieren, sondern lediglich moderater ansteigen.
Unterdessen hat Bahn-Chef Richard Lutz betont, wie dringend Maßnahmen zur Stabilisierung erforderlich sind. Falls die geplante Trassenpreisförderung nicht ausreiche, müsse der Fernverkehr die Wirtschaftlichkeit seines Angebots überprüfen. Laut Haushaltsentwurf sind Förderungen von insgesamt 540 Millionen Euro für die nächsten beiden Jahre geplant, doch Stimmen aus der Branche zweifeln, ob dies genügen wird.
EVG-Chef Martin Burkert hat davor gewarnt, dass ohne gezielte Fördermaßnahmen historische Preiserhöhungen drohen. Grund für den Anstieg sind unter anderem die Zinsen auf das von der Bundesregierung bereitgestellte Eigenkapital. Ab 2026 sollen jedoch keine weiteren Eigenkapitalzuführungen mehr erfolgen, was die finanzielle Last auf die Schieneninfrastruktur stabilisieren könnte.

