Transatlantischer Gipfel: Trump und Putin im Dialog über Ukraine-Konflikt
Vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska positionieren sich die USA und Russland strategisch. Kremlchef Putin signalisierte Bereitschaft für neue Rüstungskontrollverträge, sofern der Ukraine-Konflikt beigelegt werden kann. Präsident Trump hingegen warnte Moskau vor 'sehr schwerwiegenden Konsequenzen', sollte Putin die militärischen Aktivitäten in der Ukraine nach den Gesprächen fortsetzen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach von einem 'hochkomplexen und brutalen Krieg', den ihr Chef von seinen Vorgängern übernommen habe.
Der Gipfel, der am Freitagabend mitteleuropäischer Zeit beginnen soll, wird laut Trump in ersten Schritten den Rahmen für weitere Verhandlungen festlegen. Obwohl er Zugeständnisse von Putin erwartet, ist er selber skeptisch, ob er den Kremlchef von weiteren Aktionen gegen die Ukraine abhalten kann. Ein weiteres Treffen mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist angedacht, vorausgesetzt, die anfänglichen Gespräche verlaufen erfolgreich.
In Berichten von 'Axios' wird gemutmaßt, Trump strebe einen Waffenstillstand an und könnte den ökonomischen Druck auf Russland erhöhen, um diesen zu erzwingen. US-Ressourceneinsätze, besonders durch das Finanzministerium, könnten die russische Wirtschaft stark schwächen. Leavitt unterstrich Trumps Vorliebe für diplomatische Lösungen, obwohl ihm viele Druckmittel zur Verfügung stehen.
Putin lobte die Anstrengungen der US-Regierung, sich energisch für ein Ende des Ukraine-Konflikts einzusetzen. Er sieht potenzielle Vorteile für langfristigen Frieden in Europa, wenn strategische Offensivwaffen in neuen Verträgen berücksichtigt werden. Putins Berater Juri Uschakow bestätigte, dass der Ukraine-Konflikt im Mittelpunkt stehen wird, jedoch auch weitere Themen besprochen werden sollen.
Selenskyj verlangt, dass der Weg zum Frieden die Ukraine miteinbeziehen muss. In einer Konferenzschaltung erklärte sich Trump gegenüber den europäischen Verbündeten bereit, die USA außerhalb der NATO in Sicherheitsgarantien für die Ukraine einzubringen. Bisher lag dieser Schritt in der Verantwortung Europas. Trump sieht in Handelszöllen ein effektiveres Mittel als in Sanktionen und hat jüngst einen Importzoll auf indische Waren erhoben, um das Land von russischem Öl abzubringen – ein bedeutender Schritt, da Energieexporte eine Haupteinnahmequelle für Russland sind.
Europäische Staatschefs, insbesondere Friedrich Merz, betonen die Forderung nach einem Waffenstillstand vor weiteren Gesprächen. Selenskyj und andere europäische Führer, die sich von den Gesprächen ausgeschlossen fühlen, fürchten mögliche Gebietsabtretungen an Russland, die Kiew strikt ablehnt und auf klare völkerrechtliche Standpunkte beharrt.

