Toyota senkt Jahresprognose trotz Rekordabsatz – Strafzölle aus den USA belasten Ergebnis mit ¥1,4 Billionen
Toyota rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlich niedrigeren operativen Gewinn als bisher – trotz eines Rekordabsatzes von 5,5 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Der weltweit größte Autohersteller kappte seine Prognose um 16 Prozent auf ¥3,2 Billionen, nachdem klar wurde, dass die neuen US-Zölle das Unternehmen mit ¥1,4 Billionen (ca. $9,5 Milliarden) belasten werden.
Im ersten Quartal fielen bereits ¥450 Milliarden an Zollkosten an, was zu einem Rückgang des Nettogewinns um 37 Prozent auf ¥841 Milliarden führte. Die Jahresprognose für den Nettogewinn wurde entsprechend drastisch nach unten angepasst – um 44 Prozent auf ¥2,7 Billionen. Toyota-Aktien verloren nach der Mitteilung ein Prozent und liegen seit Jahresbeginn 11 Prozent im Minus.
Damit trifft die neue Zollpolitik der USA keinen Autohersteller härter als Toyota – auch nicht General Motors (geschätzte Maximalbelastung: $5 Milliarden) oder Ford ($3 Milliarden). Toyota kann die Zusatzkosten jedoch besser auffangen als seine US-Konkurrenten, vor allem dank seiner hohen Profitabilität, starker Verhandlungsposition gegenüber Zulieferern und Kostendisziplin entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Bemerkenswert ist, dass die Prognosekürzung erfolgte, obwohl sich Washington und Tokio bereits auf eine Reduzierung der Importzölle für japanische Fahrzeuge von 27,5 auf 15 Prozent geeinigt hatten. Die Unsicherheit über das genaue Inkrafttreten der Maßnahme bleibt bestehen. Derweil legte Honda, Japans zweitgrößter Autobauer, seine eigene Zollprognose nach unten an und erhöhte gleichzeitig seinen Gewinnausblick – ein Kontrast zur vorsichtigen Haltung von Toyota.
Toyota hatte in den laufenden Handelsgesprächen angeboten, mehr US-Fahrzeuge in Japan zu verkaufen und seine heimischen Händlernetzwerke dafür zu öffnen. Donald Trump erklärte zuletzt, dass Japan künftig auch Ford’s F-150 Trucks zulassen werde, ohne konkrete Angaben zu machen. Gleichzeitig versprach Japan Investitionen von $550 Milliarden in die USA. Toyota kündigte jedoch stattdessen den Bau eines neuen Werks in der Präfektur Aichi an – mit geplanter Inbetriebnahme innerhalb der nächsten zehn Jahre.


