TKMS-Aktie nach Höhenflug unter Druck – Deutsche Bank sieht Kurslimit erreicht
Vom Senkrechtstarter zum Stabilisierer
Seit dem Börsengang Anfang Oktober gilt TKMS als eines der spannendsten Rüstungsunternehmen Europas. Der Ausgabepreis von 60 Euro war schnell Geschichte, die Aktie schoss in der Spitze auf über 78 Euro. Doch nach der anfänglichen Euphorie legten Anleger nun den Rückwärtsgang ein: Am Mittwoch verlor der Kurs 5,3 Prozent auf 74,35 Euro, am Donnerstag rutschte er weiter auf rund 71,70 Euro ab.
Deutsche Bank: „Positive Story schon eingepreist“
Analyst Sriram Krishnan von Deutsche Bank Research sieht in dem Papier derzeit keinen Kaufwert. Das Kursziel von 75 Euro entspreche dem aktuellen Niveau – die Aktie sei somit fair bewertet. „TKMS ist zweifellos der deutsche Marinechampion“, schreibt Krishnan, „aber die positiven Faktoren sind bereits vollständig im Kurs berücksichtigt.“
Rüstungsboom trägt – aber Erwartungen sind hoch
Das Unternehmen profitiert von einem massiven Verteidigungsboom. Mit einem Auftragsbestand von 18,6 Milliarden Euro und Großprojekten wie den F127-Fregatten für die Bundeswehr oder U-Boot-Verhandlungen in Indien und Kanada ist TKMS gut positioniert. Die neue Eigenständigkeit nach der Abspaltung von Thyssenkrupp soll zudem die Kapitalmarkt-Flexibilität erhöhen und künftige Akquisitionen erleichtern.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch
Trotz des starken Marktumfelds sehen viele Experten die Bewertung als ambitioniert an. Neben der Deutschen Bank äußerten sich auch Bernstein Research und Citigroup zuletzt verhalten zu den Kursaussichten. Zwar bleibe TKMS ein zentraler Profiteur steigender NATO-Budgets, doch kurzfristig sei der Kursanstieg womöglich zu weit gelaufen.
Für Anleger bedeutet das: TKMS bleibt ein spannender Titel im europäischen Verteidigungssektor – doch auf dem aktuellen Bewertungsniveau ist die Fantasie vorerst begrenzt.


