TikTok: Rettung in Sicht und neue Herausforderungen am Horizont

TikTok steht nach langer Unsicherheit vor der Sicherung seiner Zukunft in den USA. Jüngsten Berichten zufolge wurde nun ein Vertrag zur Gründung einer neuen Firma für das US-Geschäft der populären Video-App unterzeichnet. TikTok-CEO Shou Chew informierte seine Mitarbeiter per E-Mail über diesen Fortschritt, wie die Plattform "Axios" und der Finanzdienst Bloomberg berichten. Zu den bekannten Investoren zählen der Software-Gigant Oracle sowie die Finanzunternehmen Silver Lake aus den USA und MGX aus Abu Dhabi. Diese Investoren sollen gemeinsam etwa 45 Prozent der Anteile des neuen Gemeinschaftsunternehmens halten. Etwa 20 Prozent verbleiben beim chinesischen Mutterkonzern Bytedance und der Rest bei internationalen Investoren.
Diese Transaktion, deren Abschluss für den 22. Januar vorgesehen ist, wird keinen Einfluss auf TikToks Betrieb außerhalb der USA haben, einschließlich Deutschland. Eine Stellungnahme von TikTok zu den Berichten steht noch aus.
Präsident Donald Trump hat maßgeblich zur Verhinderung eines potenziellen Verbots von TikTok in den USA beigetragen, indem er die Umsetzung eines Gesetzes aussetzte, das eine Trennung des US-Geschäfts von Bytedance verlangte. Stattdessen fand sich ein Kompromiss durch den erwähnten Deal, welcher trotz der niedrigen Bewertung von 14 Milliarden Dollar als vorteilhaft für die Investoren gilt.
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren warnte jedoch vor dem wachsenden Einfluss von Trump und seinen Verbündeten auf die Medienlandschaft. Oracle, unter der Führung von Trump-Anhänger Larry Ellison, bemüht sich auch um strategische Medienübernahmen, die bereits zu Umwälzungen in der Nachrichtenberichterstattung geführt haben. Dies wirft Fragen zur Medienunabhängigkeit auf.
Während TikTok in den USA weiterhin um seinen Algorithmus debattiert, arbeiten Kritiker und Experten daran, die Sicherheit und Unabhängigkeit der US-Nutzerdaten vor möglichem chinesischem Einfluss sicherzustellen. Die neue Firma wird Zugriff auf den bestehenden Algorithmus erhalten, der überprüft und für den US-Markt angepasst werden soll. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Schritt die Besorgnis um mögliche Manipulationen der öffentlichen Meinung ausräumen kann.

