Thyssenkrupp Steel: Neue Bewegung im verbissenen Streit um Stellenabbau
Im Ringen um einen zukunftsfähigen Umbau bei Thyssenkrupp Steel zeichnet sich möglicherweise eine Entspannung ab. Management und Arbeitnehmervertretungen haben ihre Kommunikationskanäle geöffnet und tauschen derzeit Informationen aus, um die drängenden Fragen des geplanten Kapazitäts- und Stellenabbaus anzugehen.
Die jüngst präsentierten Quartalszahlen des Konzerns boten den Rahmen für Finanzvorstand Jens Schulte, dies zu verkünden. Schulte hofft, dass dieser Dialog der Auftakt zu offiziellen Verhandlungen wird: "Wir sind zuversichtlich, dass beide Seiten vernünftig zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden." Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ist durch die Montanmitbestimmung in der Stahlsparte besonders stark verankert, was eine Kooperation erfordert.
Der größte deutsche Stahlhersteller plant, seine Stahlsparte als eigenständiges Unternehmen auszugliedern. In diesem Rahmen soll ein Joint Venture mit dem tschechischen Energieunternehmen EPCG entstehen. Dessen Eigner, der Milliardär Daniel Kretinsky, hielt bislang 20 Prozent der Anteile und plant eine weitere Aufstockung.
Die im November veröffentlichten Maßnahmen zur Wettbewerbssteigerung beinhalten unter anderem die Schließung eines Standorts und den Abbau von rund 5.000 Stellen bis zum Jahr 2030. Verkäufe und Ausgliederungen sollen weitere 6.000 Stellen betreffen. Trotz dieser Ankündigungen lehnt die IG Metall jegliche Verhandlung ab, solange betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen nicht ausgeschlossen sind.
Die Gewerkschaft forderte in einer schriftlichen Stellungnahme weitere Informationen zu den Plänen ein, da viele Punkte im Eckdatenpapier unbeantwortet blieben. Somit haben die avisierten Informationsrunden noch keinen Start gefunden. Sobald Klarheit über die "roten Linien" herrscht, ist die IG Metall bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmern sind auch für die Verhandlungen mit Daniel Kretinsky von zentraler Bedeutung. Die Ergebnisse könnten die Grundlage für einen neuen Businessplan bilden, was laut Schulte die notwendige Basis für verstärkte Verhandlungen mit Kretinsky schaffen würde. Man bleibe in gutem Kontakt und setze auf beschleunigte Fortschritte mit der IG Metall, um baldige Beschlüsse fassen zu können.

