Thyssenkrupp prüft Teilverkauf von Rothe Erde: Weichenstellung für die Zukunft
Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp erwägt, sich von einem beträchtlichen Anteil an seinem Wälzlager-Hersteller Rothe Erde zu trennen, wie Insider berichten. Die Überlegungen betreffen eine Beteiligung von etwa 30 Prozent, und Experten zufolge wird derzeit das Interesse potenzieller Käufer ausgelotet. Diese Informationen stammen aus einer von Bloomberg zitierten Quelle. Die Bewertung des Geschäftsbereichs, der Schlüsselsektoren wie Windenergie, Bau, Transport sowie Öl und Gas versorgt, liegt bei circa 1,5 Milliarden Euro. Ein Sprecher von Thyssenkrupp betonte, dass stets Transaktionsmöglichkeiten geprüft und alle Optionen offengehalten werden.
Thyssenkrupp-Aktien konnten sich zum Wochenschluss dank dieser Nachrichten positiv entwickeln. Nach einer beeindruckenden Erholung im Jahr 2025 haben sie bereits im frischen Jahr 2026 einen Zuwachs von über 20 Prozent verzeichnet. Dies geschieht vor dem Hintergrund bedeutender Umstrukturierungen im Konzern. Im Rahmen dieser tiefgreifenden Transformation plant Thyssenkrupp für seine bedeutende Stahlsparte einen umfassenden Sanierungskurs, der unter anderem den Abbau und die Auslagerung zahlreicher Arbeitsplätze vorsieht.
Das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit dem indischen Stahlriesen Jindal über eine Übernahme der Steel-Europe-Sparte, wobei die Rheinische Post jüngst berichtete, dass Jindal weitergehende Kostensenkungen fordert. Bereits im Oktober 2023 hatte Thyssenkrupp den Bereich der Marineschiffbausparte TKMS erfolgreich an die Börse gebracht, behielt jedoch die Mehrheit der Aktien. Für die verbleibenden Geschäftsfelder wie Autoteile, Werkstoffhandel und grüne Technologien ist geplant, diese ebenfalls eigenständig und kapitalmarktfähig zu machen.
Der Konzern strebt an, sich mittelfristig zur strategischen Konzernführungsgesellschaft mit unabhängigen Einheiten zu entwickeln.

