Thyssenkrupp in stürmischen Gewässern: Nachfrageflaute drückt Umsatzprognose
Der deutsche Industriegigant Thyssenkrupp steht vor einem herausfordernden Geschäftsjahr, nachdem das Unternehmen seine Prognosen aufgrund eines schwierigen Marktumfelds anpassen musste. Der Konzern leidet unter einer schwachen Nachfrage in wesentlichen Sektoren wie Automobilindustrie, Maschinenbau und Bauwesen, was sich in einem gesunkenen Geschäftsoptimismus niederschlägt.
Konzernchef Miguel López betont, dass die rückläufigen Marktbedingungen deutliche Auswirkungen zeigten, als er das jüngste Quartalsergebnis präsentierte. Einziger Lichtblick bleibt die Marinesparte TKMS, die trotz der allgemeinen Flaute Neugeschäft und Umsatz steigern konnte.
Dennoch schafft es dieser Sektor nicht, die schwächeren Leistungen in anderen Bereichen des Konzerns auszugleichen. Für das Geschäftsjahr 2024/25 rechnet Thyssenkrupp nun mit einem Umsatzrückgang von fünf bis sieben Prozent, während vorherige Schätzungen eine stabile Entwicklung oder einen leichten Rückgang versprochen hatten.
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wird eher am unteren Ende der erwarteten Spanne von 600 Millionen bis 1 Milliarde Euro liegen, was von den Analysten bereits prognostiziert wurde. Kein Trost für Aktionäre, jedoch lässt der freie Mittelzufluss vor Fusionen und Übernahmen noch Hoffnung aufkommen, da hier keine Änderungen erwartet werden.
Besonders bemerkenswert ist die Leistung von TKMS: Ein um über 20 Prozent gesteigerter Auftragseingang zeigt das Potenzial, das in der Marinesparte steckt. Mit einem Umsatzanstieg auf 10,1 Milliarden Euro lieferte der Bereich beeindruckende 3 Milliarden Euro und zeigte Robustheit im aktuellen Rüstungsboom.
Dennoch sank der Gesamtkonzernumsatz um neun Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Thyssenkrupp plant, TKMS als eigenständige Einheit bis Jahresende an die Börse zu bringen.
Das laufende Restrukturierungs- und Sparprogramm zeigte zumindest auf operativer Ebene Erfolg, sodass der bereinigte Gewinn um vier Prozent auf 155 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Trotz dieser Fortschritte fiel das Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten aus, und der Nettoverlust des Konzerns weitete sich von 54 Millionen Euro im Vorjahr auf 278 Millionen Euro aus.

