Thomas Kolodziej über Rückkehr, Wandel und Führungskultur
Wir haben unseren kaufmännischen Geschäftsführer zum Gespräch getroffen

27. August 2025, 09:11 Uhr · Quelle: Pressebox
Thomas Kolodziej berichtet von seiner Rückkehr zu MEKRA Lang und den Veränderungen im Unternehmen. Er gibt Tipps zu Führung und Karriere, die für viele inspirierend sein können.

Ergersheim, 27.08.2025 (PresseBox) - SD: Hallo Thomas, könntest du dich bitte kurz vorstellen und uns einen Einblick in deine Verantwortungsbereiche bei MEKRA Lang geben?

Thomas Kolodziej: Mein Name ist Thomas Kolodziej, ich bin 52 Jahre alt, verheiratet und stolzer Hundebesitzer. Geboren wurde ich in Polen, lebe aber seit 1990 in Deutschland und habe mich vor rund 20 Jahren in Franken niedergelassen. Bei MEKRA Lang trage ich die Verantwortung für eine Vielzahl an Bereichen – darunter Finanzbuchhaltung, Controlling, Einkauf, Supply Chain Management, Logistik, Personal, Steuern und Treasury. Gestartet bin ich hier am 1. Juli als kaufmännischer Leiter, heute bin ich kaufmännischer Geschäftsführer.

SD: Erzähl uns doch ein wenig über deinen Werdegang und wie du zu MEKRA Lang gekommen bist.

Thomas Kolodziej: Mit 18 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen – ein spannender, aber auch herausfordernder Schritt. Nach einem Jahr in einem Internat in Köln, wo ich intensiv Deutsch lernte, habe ich mein Abitur nachgeholt. Danach folgte der Zivildienst, und schließlich entschied ich mich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Wirtschaftsprüfung und Steuern. Mein erster Karriereschritt führte mich zu Rödl & Partner in die Wirtschaftsprüfung. Von dort wechselte ich das erste Mal zu MEKRA, wo ich als stellvertretender Leiter der Finanzbuchhaltung startete.

SD: Wann genau war das?

Thomas Kolodziej: Im Januar 2013 begann ich als stellvertretender Leiter der Finanzbuchhaltung. Doch schon nach wenigen Monaten kam es zu einer unerwarteten Wendung: Der damalige Leiter der Abteilung, eine wahre Institution bei MEKRA, verstarb plötzlich. In dieser herausfordernden Zeit übernahm ich seine Position. Wenig später erweiterte sich mein Verantwortungsbereich um IT und Controlling, und ich wurde unter der Leitung von Bernd Bögel, unserem damaligen CFO, Geschäftsbereichsleiter. Im November 2016 entschied ich mich für einen neuen Weg und wechselte in die kaufmännische Geschäftsführung eines Bauunternehmens.

SD: Und jetzt bist du wieder zurück bei MEKRA.

Thomas Kolodziej: Genau! Manchmal führt einen das Leben auf überraschende Wege zurück. Susanne Lang kontaktierte mich und fragte, ob ich mir eine Rückkehr vorstellen könnte. Der Kontakt zu ihr war nie abgebrochen, und als das Angebot kam, wusste ich schnell: MEKRA ist ein Unternehmen, bei dem ich noch einiges bewegen kann.

SD: Was hat sich bei MEKRA in der Zeit deiner Abwesenheit verändert? Gibt es Dinge, die dir besonders auffallen?

Thomas Kolodziej: MEKRA hat einen enormen Wandel durchlaufen. Besonders beeindruckend ist das Wachstum im Elektronik-Bereich – als ich 2016 ging, steckte dieser noch in den Kinderschuhen, heute ist er ein zentraler Bestandteil des Unternehmens. Auch infrastrukturell hat sich viel getan: Das Verwaltungsgebäude 2 existierte damals noch gar nicht. Gleichzeitig hat sich mit der wachsenden Mitarbeiterzahl auch das Miteinander verändert – früher war der Austausch persönlicher, heute sind die Strukturen größer und komplexer.

SD: Wie würdest du die Unternehmenskultur von MEKRA Lang beschreiben, und welchen Einfluss hat sie auf deinen Führungsstil?

Thomas Kolodziej: MEKRA ist und bleibt ein Familienunternehmen – das spürt man in jeder Entscheidung und in der Art, wie hier gearbeitet wird. Diese Nähe zur Geschäftsführung, die direkte Kommunikation, das sind für mich enorme Vorteile. Ich habe in verschiedenen Familienunternehmen gearbeitet und weiß: Das ist die Art von Umfeld, in dem ich mich wohlfühle. Ein großer Konzern mit starren Strukturen wäre nichts für mich. Mein Führungsstil ist dementsprechend offen, direkt und dialogorientiert – ich schätze den persönlichen Austausch und die kurzen Wege.

SD: Ist es dir als Führungskraft wichtig, direkten und persönlichen Kontakt mit deinem Team zu haben?

Thomas Kolodziej: Absolut! Die letzten Jahre haben uns alle geprägt – durch die Pandemie haben sich digitale Meetings etabliert, doch für mich kann das den persönlichen Austausch nicht ersetzen. Ich schätze es, mit meinem Team direkt zu sprechen. Ein gutes Gespräch von Angesicht zu Angesicht hat für mich eine ganz andere Qualität als ein Videocall.

SD: Welche Ratschläge würdest du jüngeren Mitarbeitenden geben, die eine ähnliche Karriere anstreben?

Thomas Kolodziej: Seid neugierig und offen für die Erfahrungen älterer Kolleginnen und Kollegen! Nach dem Studium denkt man oft, man hätte schon alles verstanden – in Wahrheit fängt das Lernen erst an. Die ersten Berufsjahre können herausfordernd sein, aber sie sind entscheidend für die eigene Entwicklung. Wer mit Fleiß und Leidenschaft dabei ist, dem stehen alle Türen offen.

SD: Welche Wünsche und Visionen hast du für die Zukunft von MEKRA Lang?

Thomas Kolodziej: MEKRA hat eine starke Vergangenheit und eine vielversprechende Zukunft. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, müssen wir unsere Hausaufgaben machen und kontinuierlich an Effizienzsteigerungen arbeiten – nicht nur, um Kosten zu optimieren, sondern auch, um flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Unser Ziel ist es, nicht nur technologisch führend zu sein, sondern unsere globale Ausrichtung weiter zu stärken.

Die Welt wächst zusammen, und das bedeutet für uns, dass wir Synergieeffekte zwischen unseren internationalen Standorten noch besser nutzen müssen. Der multikulturelle Austausch innerhalb unserer Teams birgt enormes Potenzial – verschiedene Perspektiven und Herangehensweisen können uns helfen, noch innovativer zu werden.

Wir wollen weiterhin der Innovationsführer im Bereich Kamerasysteme bleiben. Der Elektronik-Bereich hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, und wir müssen diese Dynamik beibehalten, um der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein. Gleichzeitig bleibt auch der klassische Spiegelmarkt ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäfts – LKWs werden nicht von heute auf morgen komplett auf Kameras umgestellt. Unser Ziel ist es, beide Bereiche erfolgreich weiterzuentwickeln, nachhaltige Potenziale zu erschließen und dabei nicht nur am Markt zu bestehen, sondern auch profitabel zu wachsen.

SD: Wie balancierst du deine beruflichen Verpflichtungen mit deinem Privatleben? Hast du Tipps für andere Führungskräfte?

Thomas Kolodziej: Jeder muss für sich den richtigen Ausgleich finden. Für mich ist Sport essenziell – ob Laufen oder Radfahren, das hilft mir, den Kopf freizubekommen. Meine Hunde spielen dabei auch eine große Rolle: Sie bringen mich täglich raus an die frische Luft. Am Ende ist es wichtig, eine Aktivität zu finden, die einem Energie gibt und nicht nur nimmt.

SD: Und nun die wichtigste Frage: Was war dein Traumjob als Zehnjähriger?

Thomas Kolodziej: Mein großer Traum war es, professioneller Handballspieler zu werden.

SD: War das dein Hobby?

Thomas Kolodziej: Ja, ich habe mit acht Jahren angefangen und bis 28 gespielt. Eine Profikarriere hat sich zwar nicht ergeben, aber der Sport war ein wichtiger Teil meines Lebens.

SD: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Kommunikation / MEKRA Lang / Thomas Kolodziej / Führungskultur / Wandel
[pressebox.de] · 27.08.2025 · 09:11 Uhr
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