Thoma Bravo erhält Freibrief für flexible Deal-Strukturierung
Thoma Bravo hat sich bei Investoren seiner jüngsten Fonds einen bemerkenswerten Spielraum gesichert: Das US-Private-Equity-Haus darf künftig frei entscheiden, wie viel Eigenkapitalanteil einzelner Buyout-Transaktionen an andere seiner Fonds oder neue Vehikel abgegeben wird. Die Vereinbarungen gelten für drei Fonds mit insgesamt 34 Mrd. Dollar Volumen, darunter das neue 24-Mrd.-Dollar-Flaggschiff sowie ein Mid-Market-Fonds.
Institutionelle Investoren sehen darin einen Hinweis auf mögliche Öffnungen für vermögende Privatanleger – ein Schritt, den Konkurrent KKR bereits vollzogen hat. Thoma Bravo prüft laut mit der Sache vertrauten Personen die Auflage eines Retail-orientierten Fonds. Damit würde die Gesellschaft Zugang zu einer wachsenden Kapitalquelle gewinnen, nachdem US-Präsident Donald Trump per Erlass den 9 Billionen Dollar schweren Rentenmarkt für alternative Investments geöffnet hat.
Während vermögende Privatkunden zunehmend in Private-Equity-Vehikel strömen, wächst bei Pensionsfonds und Versicherungen die Sorge, ihre dominierende Stellung zu verlieren. Zudem birgt das Modell Risiken: Mehrere Fonds derselben Gesellschaft investieren parallel in dieselben Assets – mit der Folge einer erhöhten Klumpenbildung. Zugleich gibt es keine Obergrenze für den Anteil, den weitere Vehikel übernehmen können.
Einige Investoren vermuten, dass Thoma Bravo den Freibrief künftig nutzen könnte, um Deals in einen neuen Retail-Fonds umzuleiten. Orlando Bravo selbst hatte im Frühjahr gewarnt, weniger attraktive Assets könnten in Produkte für Privatanleger wandern, die das Risiko womöglich nicht durchschauen.
Mit über 180 Mrd. Dollar Assets under Management zählt Thoma Bravo zu den Schwergewichten der Branche. Dass die Investoren dem Fondsmanager nahezu ohne Widerstand weitreichende Rechte einräumten, zeigt, wie stark der Wettbewerb um Kapital Private-Equity-Häuser derzeit zu struktureller Anpassung zwingt.


