Thierry Breton wechselt in den Beirat der Bank of America: Eine umstrittene Personalie
Thierry Breton, ehemaliger EU-Industriekommissar, übernimmt zukünftig eine beratende Funktion bei der Bank of America. Der Franzose wurde als externes Mitglied in den globalen Beirat des Finanzinstituts berufen, wo wirtschaftliche Trends und geopolitische Entwicklungen thematisiert werden. Breton bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er für seine Teilnahme an drei jährlichen Treffen eine finanzielle Vergütung erhält, deren Höhe er jedoch nicht offenlegte.
Nach einer dreimonatigen Überprüfung durch die Europäische Kommission wurde die Vereinbarkeit dieser Rolle mit seinen früheren Aufgaben als EU-Kommissar bestätigt. Der Wechsel von ehemaligen Kommissaren in die Wirtschaft ist unter Berücksichtigung bestimmter Auflagen grundsätzlich möglich. Bei Tätigkeiten, die mit dem ehemaligen Ressort in Verbindung stehen, bedarf es der Zustimmung nach Anhörung eines Ethikausschusses.
Daniel Freund, Europaabgeordneter der Grünen, kritisierte die Entscheidung als Regelverstoß, der die Glaubwürdigkeit der EU-Kommission gefährde. Er betonte, dass ein kürzlich ausgeschiedener EU-Vertreter nicht unverzüglich in Lobbytätigkeiten einsteigen dürfe. Die Kommission gab in ihrer Entscheidung vor, dass Breton zwei Jahre lang keine Lobbyarbeit zu Themen betreiben darf, welche seinen früheren Zuständigkeitsbereich betrafen.
Die Bank of America beschreibt sich als eines der führenden globalen Finanzinstitute und betreut weltweit rund 69 Millionen Kunden und kleine Unternehmen.

