Tesla in Grünheide: Betriebsratssitzung mit polizeilicher Note

Im Tesla-Werk in Grünheide, dem einzigen europäischen Standort des US-Elektroautobauers, steht nicht nur die Elektromobilität auf der Agenda, sondern auch hitzige Auseinandersetzungen. Eine Betriebsratssitzung endete jüngst in einem Polizeieinsatz, als Werksleiter André Thierig einem IG Metall-Vertreter illegale Aufnahmen vorwarf. Thierig behauptete auf dem Portal X, dass der Gewerkschaftsvertreter die Sitzung unbefugt aufgezeichnet habe. Dies habe zur Benachrichtigung der Polizei und einer Anzeige geführt.
Der Vorfall ließ die IG Metall nicht unberührt: Sie wies den Vorwurf in einer vehementen Stellungnahme als "kalkulierte Lüge" zurück. Laut der Gruppe IG Metall – Tesla Workers GFBB im Betriebsrat habe die Betriebsratsvorsitzende dem beschuldigten Gewerkschafter keine Gelegenheit zur Entgegnung gegeben. Die Sitzung sei unterbrochen und die Polizei alarmiert worden, die schließlich den besagten Laptop beschlagnahmte. Mehrere Medien hatten im Vorfeld über dieses Scharmützel berichtet.
Die örtliche Polizei bestätigte die Aufnahme einer Strafanzeige und die Sicherstellung von Beweismitteln. Nun prüfen die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und die Polizei das weitere Vorgehen, wobei insbesondere der Verdacht einer Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz im Raum stehen. Konkrete Details über den weiteren Verlauf wurden durch die Polizeibehörde nicht bekannt gegeben.
Indessen laufen die Vorbereitungen für die Betriebsratswahlen im März auf Hochtouren. Das Verhältnis zwischen Tesla und der IG Metall bleibt angespannt, nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Diskussionen um die Einführung eines Tarifvertrags, den Tesla bislang ablehnt.

