Tesla in der Absatzkrise: Politische Turbulenzen und Produktionsstopps belasten Autobauer
Der amerikanische Elektroautopionier Tesla verzeichnete im letzten Quartal erneut einen merklichen Rückgang bei den Verkaufszahlen, trotz der Vorstellung einer neuen Model-Y-Variante im März. Die Auslieferungen sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,5 Prozent auf 384.122 Fahrzeuge. Die neue Version des Model Y konnte die Nachfrage bislang nicht beleben. Grund für den Abschwung ist unter anderem die Produktionsumstellung, durch die zeitweise die Fertigung pausierte, gepaart mit den politischen Kontroversen um CEO Elon Musk, die in den ersten Monaten des Jahres für Unsicherheit sorgten.
Die Absatzentwicklung entspricht weitgehend den Prognosen der Analysten, wenngleich einige einen noch stärkeren Rückgang auf rund 355.000 Einheiten erwartet hatten. Trotzdem reagierte die Tesla-Aktie vorbörslich positiv mit einem Sprung von über fünf Prozent. In den letzten Monaten hat Musk sich angekündigt mehr auf Tesla zu fokussieren und sich von seiner Rolle als Kostensenkungsberater der Trump-Regierung zurückgezogen. Eine Meinungsverschiedenheit mit dem ehemaligen Präsidenten über dessen Steuerpolitik führte zusätzlich zu Spannungen.
Das sich anbahnende Ende von Subventionen für Elektroautos in den USA sowie die Versuche der Regierung, Kaliforniens Vorstoß zur vollständigen Elektrifizierung der Neuzulassungen bis 2035 zu unterbinden, erschweren die Marktperspektiven für Tesla zusätzlich. Ungeachtet dessen sieht Musk die Zukunft seines Unternehmens im Aufstreben der Robotaxi-Sparten und humanoiden Robotern. Der Konzern startete Ende Juni mit einem Pilotprojekt seines Robotaxi-Services in Austin, Texas, bei dem jedoch ein Tesla-Mitarbeiter zur Sicherheit noch auf dem Beifahrersitz Platz nimmt.
Tesla spürt den Konkurrenzdruck, insbesondere aus China, das trotz eines leichten Wachstums von 0,8 Prozent bei den Auslieferungen in Shanghai den Absatzrückgang nicht kompensieren kann. Der europäische Markt gestaltet sich derzeit noch herausfordernder: Die Neuzulassungen in der EU sind dramatisch gesunken. Elon Musk hat mittlerweile selbst die Kontrolle über das Verkaufsgeschäft in Europa übernommen, nachdem sein langjähriger Vertrauter Omead Afshar das Unternehmen verließ. Unterdessen gestalten sich die politischen Aktivitäten und Meinungsäußerungen des Tesla-Chefs zunehmend als Stolperstein, mit wachsender Kritik und Boykottaufrufen gegen den Autobauer.

