Technologiesektor unter Druck: Anleiherenditen und KI-Wettstreit belasten Nasdaq 100
Die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten hinterlassen deutliche Spuren im Technologiesektor der USA. Auf dem Nasdaq 100 scheint sich wieder eine negative Dynamik abzuzeichnen, nachdem sich der Index zur Wochenmitte kurzzeitig stabilisiert hatte. Der Broker IG prognostiziert einen Rückgang um 1,2 Prozent auf 20.377 Punkte, was nahe der sensiblen 200-Tage-Linie liegt – einem kritischen Indikator für langfristige Markttrends, der im vergangenen Jahr unberührt blieb.
Auch der Dow Jones Industrial bleibt von der negativen Stimmung nicht verschont. Mit einem erwarteten Minus von 0,8 Prozent wäre er bei 42.657 Punkten verortet – nahe seinem Tiefstand von Mitte Januar, der bei 42.347 Punkten lag. Besonders das geplante deutsche Infrastrukturpaket hat jüngst zu einer signifikanten Erhöhung der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen geführt, deren Tageszuwachs eine seit 1990 nicht gesehene Größe erreichte. Dies löst international weitere Zinssteigerungen aus, die mittlerweile sogar in Japan das höchste Niveau seit einem Jahrzehnt erreicht haben.
Parallel schwelen Spannungen im internationalen Handel weiterhin. Der erhoffte rasche Durchbruch im Zollstreit zwischen den USA und seinen Nachbarn Mexiko und Kanada blieb bislang aus. Obwohl den US-Autoherstellern ein einmonatiger Aufschub gewährt wurde, sind bereits Strafzölle von 25 Prozent auf Importe aus diesen Ländern in Kraft getreten.
Gleichzeitig sorgt China mit Neuigkeiten in der Künstlichen Intelligenz für Aufsehen. Das Unternehmen Alibaba stellte sein neues KI-Modell QwQ-32B vor, das in Konkurrenz zu DeepSeeks R1 tritt und mit geringeren Rechenkapazitäten auszukommen scheint. Derlei Entwicklungen scheinen auch bei Nvidia mit Skepsis aufgenommen worden zu sein. Nachdem der KI- und Anlegerliebling sich zunächst stabilisierte, fiel er in der vorbörslichen Phase um 3 Prozent zurück. Auch andere führende Tech-Unternehmen des Nasdaq 100, etwa die als 'Glorreichen Sieben' bekannten US-Giganten, müssen seit Mitte Februar herbe Einbußen hinnehmen.
Besonders Marvell Technology rückt aufgrund hoher Kursverluste ins Blickfeld. Nach einem enttäuschenden Umsatzausblick fiel die Aktie des Halbleiterspezialisten vor Markteröffnung um satte 17 Prozent.

