Teamviewer: Aussicht auf Wachstum trotz Herausforderungen im Markt

Der Fernwartungssoftware-Spezialist Teamviewer hat angesichts eines herausfordernden Marktumfelds zurückhaltende Wachstumsziele für die kommenden Jahre formuliert. Unter der Leitung von CEO Oliver Steil erwartet der MDax-notierte Konzern, dass der Umsatz bis 2026 währungsbereinigt stagnieren oder um bis zu drei Prozent zulegen könnte. Dies entspricht bestenfalls den zuvor für den Herbst prognostizierten Zahlen. Besonders kleinere und mittlere Kunden sowie die Akquisition des Unternehmens 1E bereiten derzeit Schwierigkeiten, was bereits im Januar zu gesenkten Markterwartungen führte und einen deutlichen Kursrückgang der Aktie auslöste.
Unmittelbar nach Marktöffnung fiel die Teamviewer-Aktie um bis zu neun Prozent und erreichte fast ihr Rekordtief. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat das Papier mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Der Analystin Wassachon Udomslipa von RBC zufolge könnte der aktuelle Wechselkursdruck die neue Prognose beeinträchtigen, was die Analystenerwartungen weiter sinken lassen dürfte.
Unter Berücksichtigung eines vergleichbaren Vorjahresumsatzes von 767,5 Millionen Euro strebt Teamviewer für dieses Jahr bis zu 790,5 Millionen Euro Umsatz an, während Analysten zuletzt durchschnittlich 784 Millionen Euro erwartet hatten. Das Unternehmen plant, strategische Initiativen zu ergreifen, um mittelfristig ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zu erzielen. Die Integration von Fernwartung und Automatisierung wird dabei als zentraler Wachstumsmotor gesehen.
CEO Oliver Steil betonte in einer Videokonferenz, dass Teamviewer als Infrastrukturplattform positioniert ist, die nicht einfach durch KI-Technologien substituiert werden kann. Die Investitionen in Augmented Reality und Hardwareautomatisierung sollen insbesondere bei Großkunden Früchte tragen, während neue Übernahmen derzeit nicht geplant sind, um Schulden abzubauen.
Die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern wird für 2026 auf rund 43 Prozent geschätzt, nachdem sie im vergangenen Jahr um einen Prozentpunkt auf 44 Prozent gestiegen war. Diese Verbesserung spiegelt unter anderem die Integration des US-Unternehmens 1E wider. Der Nettogewinn von Teamviewer sank 2025 um vier Prozent, was vornehmlich auf gestiegene Zinskosten zurückzuführen war.

