Taiwan schaltet letzten Atomreaktor ab: Ein wegweisender Schritt in der Energiepolitik
Taiwan steht kurz vor einem bedeutenden Meilenstein in seiner Energiepolitik. An diesem Samstag wird der letzte aktive Atomreaktor im Kernkraftwerk Maanshan im Süden des Landes außer Betrieb genommen. Nach 40 Jahren endet damit die Ära der Atomkraft auf der Insel, da die Betriebslizenz von Reaktor Nummer 2 ausläuft.
Dieser Schritt ist Teil eines ambitionierten Plans der Regierung der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), die Atomenergie bis spätestens 2025 vollständig abzuschaffen. Der Plan wurde 2016 initiiert und war maßgeblich inspiriert von der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011, die weltweit die Risiken der Kernenergienutzung ins Bewusstsein rief.
Die Abschaltung des zukünftigen Stillstands kommt nach der bereits erfolgten Stilllegung zweier älterer Kraftwerke in den Jahren 2018 und 2021 sowie des ersten Reaktors von Maanshan im Juli 2024. In ihrer Hochphase lieferten die Atomkraftwerke über 40 Prozent des taiwanischen Strombedarfs, doch schon im Jahr 2024 sank dieser Anteil auf lediglich rund drei Prozent.

