Taiwan-Dollar legt 2,5 % zu – Lebensversicherer sichern sich gegen Dollarverfall ab
Der New Taiwan Dollar (TWD) hat am Dienstag seinen stärksten Tagesgewinn seit Anfang Mai verbucht. Die Währung stieg im späten Handel um 2,5 Prozent auf 29,16 TWD je US-Dollar. Hintergrund ist ein intensives Absicherungsverhalten der taiwanischen Lebensversicherer gegen den sinkenden US-Dollar, das am Devisenmarkt hohe Volatilität erzeugte.
Taiwans Versicherungsbranche hält über 1,7 Billionen $ an Auslandsanlagen – ein Großteil davon in US-Staatsanleihen. Die Schwäche des US-Dollar, der 2025 den schlechtesten Jahresstart seit 1973 verzeichnet, hat diese Bestände empfindlich getroffen. Seit Jahresbeginn legte der TWD gegenüber dem Greenback um mehr als 11 Prozent zu.
Nach Angaben von BNP-Experte Chandresh Jain sicherten Lebensversicherer ihr US-Exposure zunehmend durch Käufe von Forward-Kontrakten in heimischer Währung ab – nachdem sie zuvor sogenannte Proxy-Hedges über andere asiatische Währungen wie den südkoreanischen Won oder den Singapur-Dollar bevorzugt hatten. Diese Strategie sei nun wieder zugunsten direkter Absicherungen im TWD aufgegeben worden.
Bereits am Montag hatte die taiwanische Zentralbank mutmaßlich am Devisenmarkt interveniert, nachdem der TWD um 2,5 Prozent gefallen war. Marktteilnehmer wie Barclays-Stratege Lemon Zhang sehen darin einen Versuch, die extreme Volatilität zu glätten und die Exportindustrie zu schützen. Taiwans Exporte machten 2023 rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – mehr als doppelt so viel wie im globalen Schnitt.
Die Notenbank hatte im Mai ausdrücklich vor Spekulationen auf den Wechselkurs gewarnt, da diese zu schädlichen Übertreibungen führen könnten. Insbesondere import- und exportorientierte Unternehmen wurden zu mehr Vorsicht aufgerufen.
Auch andere asiatische Währungen verzeichnen angesichts des global schwächelnden Dollar Aufwertungsdruck. Der südkoreanische Won gewann seit Jahresbeginn über 8 Prozent – getrieben von Kapitalzuflüssen und fiskalpolitischen Erwartungen nach dem Regierungswechsel in Seoul.
Laut ANZ-Ökonom Dhiraj Nim sehen taiwanische Investoren – trotz Absicherung – bislang keinen Anlass, US-Anlagen in größerem Umfang zu verkaufen. Ein Hauptgrund sei das Fehlen attraktiver Alternativen zu US-Treasuries im globalen Anleihemarkt.

