TAG Immobilien: Neuer Kapitalfluss für polnischen Wohnungskauf
TAG Immobilien hat erfolgreich 288,2 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien und Wandelschuldverschreibungen eingesammelt, um einen Teil des 565 Millionen Euro schweren Kaufs von etwa 5.300 Mietwohnungen in Polen zu finanzieren. Diese Kapitalmaßnahme stieß am Markt jedoch nicht auf ungeteilte Begeisterung, was sich in einem Rückgang der Aktien um 1,7 Prozent im frühen Mittwochshandel niederschlug. Das im MDax gelistete Unternehmen gab bekannt, dass rund 12,5 Millionen neue Aktien zu je 14,90 Euro platziert wurden und dadurch brutto 185,9 Millionen Euro erzielt wurden. Dies erhöht die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien um über sieben Prozent auf insgesamt etwa 189 Millionen. Außerdem erhöhte TAG eine bis 2031 laufende Wandelanleihe, was weitere 102 Millionen Euro einbrachte. Diese Schuldverschreibungen könnten in bis zu 5,2 Millionen Anteile beziehungsweise knapp drei Prozent des Grundkapitals umgewandelt werden.
Analyst Simon Stippig von Warburg Research kritisierte den erheblichen Abschlag bei der Aktienemission als unklug, lobte jedoch die strategische Ausweitung in Polen. Die kürzlich erworbenen Wohnungen befinden sich in den sechs größten Städten Polens, was die Präsenz von TAG in diesem aufstrebenden Markt signifikant stärkt. Die Akquisition soll nach kartellrechtlicher Genehmigung bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, wodurch TAG in Polen circa 8.700 Wohneinheiten besitzen wird. Langfristig plant der Hamburger Konzern den Ausbau eines Portfolios von rund 20.000 Wohnungen in Polen. TAG war bereits 2019 durch den Kauf von Vantage Development in den polnischen Markt eingetreten und erweiterte sein Geschäftsfeld weiter, zuletzt durch die Gründung eines Joint Ventures mit Centerbridge Partners. In Deutschland verfügt das Unternehmen über rund 83.000 Wohnungen, bleibt aber weiterhin bestrebt, auch international zu wachsen.

