Symrise trennt Ballast ab – Aktie springt nach Terpen-Verkaufsplänen an
Terpene-Geschäft vor dem Verkauf
Der Duft- und Aromenhersteller hat angekündigt, sich von seinem Terpene-Geschäft trennen zu wollen. Symrise befindet sich nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Interessenten. Aufgrund der vorliegenden Angebote greift der Rechnungslegungsstandard IFRS 5, was im vierten Quartal zu einer nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung von 145 Millionen Euro führt.
Terpene gelten als kapitalintensiv und zyklisch – ein Geschäftsbereich, der strategisch nur begrenzt zur margenstarken Kernkompetenz von Symrise passt. Analysten sehen den geplanten Verkauf daher als konsequente Portfolio-Bereinigung und als Schritt hin zu höherer Profitabilität und besserer Kapitalallokation.
Abschreibungen belasten Ergebnis – nicht aber den Cashflow
Neben der Terpene-Sparte musste Symrise weitere 150 Millionen Euro auf seine Beteiligung an der schwedischen Swedencare AB abschreiben. Insgesamt summieren sich die Wertberichtigungen damit auf rund 300 Millionen Euro. Diese wirken sich zwar negativ auf EBIT und EBITDA aus, sind jedoch nicht zahlungswirksam und haben keinen Einfluss auf Liquidität oder operatives Geschäft.
Das Unternehmen betont, dass die Abschreibungen im bereinigten Ergebnis ausgeklammert werden. Die Veröffentlichung der finalen Zahlen für 2025 ist für den 4. März angesetzt.
Aktienrückkauf als Vertrauenssignal
Parallel zum Portfolio-Umbau kündigte Symrise ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. Bis zu 400 Millionen Euro sollen zwischen Februar und Oktober 2026 in eigene Aktien investiert werden. Für Analysten ist dies ein starkes Zeichen.
JPMorgan sieht darin eine „sinnvolle Nutzung der Bilanzstärke“, insbesondere angesichts der aus ihrer Sicht attraktiven Bewertung. Auch andere Marktbeobachter werten den Schritt als Beleg dafür, dass das Management aktiv Shareholder-Value schafft und von der eigenen Unterbewertung überzeugt ist.
Markt reagiert mit Kurssprung
An der Börse kam die Kombination aus Desinvestition, Abschreibungsbereinigung und Rückkaufprogramm gut an. Die Symrise-Aktie sprang im Xetra-Handel zeitweise um fast sieben Prozent nach oben und beschleunigte damit die Erholung vom Mehrjahrestief im Dezember.
Besonders der geplante Verkauf der Terpene-Sparte räumt einen Unsicherheitsfaktor aus dem Weg. Einige Investoren hatten zuvor bezweifelt, dass sich für den Bereich überhaupt ein Käufer finden ließe. Die nun bestätigten Verhandlungen stärken das Vertrauen in die Umsetzbarkeit der Strategie.
Strategische Neuausrichtung mit Signalwirkung
In der Summe zeigt sich: Symrise nutzt den bilanziellen Einschnitt, um sein Portfolio zu schärfen und Kapital diszipliniert einzusetzen. Der Rückzug aus einem zyklischen Randgeschäft, die Bereinigung problematischer Beteiligungen und die Rückführung von Kapital an die Aktionäre deuten auf einen klaren Fokus: weniger Komplexität, höhere Rendite auf das eingesetzte Kapital – und ein Geschäftsmodell, das stärker auf die margenstarken Kernbereiche Duftstoffe, Aromen und funktionelle Inhaltsstoffe ausgerichtet ist.


