Symrise setzt auf Vorsicht: Herausforderungen in Nordamerika und moderate Aussichten bis 2025
Der renommierte Hersteller für Duft- und Geschmacksstoffe, Symrise, hat seine Prognosen für das laufende Jahr weiter gedämpft. Konzernchef Jean-Yves Parisot betont die Fokussierung auf kontrollierbare Aspekte, um dem Unternehmen in einem von Konsumzurückhaltung geprägten Marktumfeld eine stärkere Position zu verschaffen. Insbesondere der nordamerikanische Markt leidet unter den Auswirkungen der amerikanischen Zollpolitik, was zu einem Rückgang im organischen Umsatz führte. Auch in Asien konnte nur ein geringes Wachstum erzielt werden, was sich auf den Aktienkurs auswirkte.
Für das Jahr 2025 erwartet Symrise nun ein organisches Umsatzwachstum von 2,3 bis 3,3 Prozent, was eine Anpassung der im Sommer auf 3 bis 5 Prozent gesenkten Ziele darstellt. Diese revidierte Prognose entsprach den Erwartungen der Analysten, die bereits mit einer Korrektur gerechnet hatten. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll weiterhin bei etwa 21,5 Prozent stabil bleiben. Einsparungen von 40 Millionen Euro, von denen bereits 30 Millionen realisiert wurden, sollen dies unterstützen.
Trotz eines organischen Wachstums von 2,6 Prozent auf 3,78 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres, verzeichnete Symrise infolge negativer Währungseffekte und Veränderungen des Geschäftsportfolios einen leichten Umsatzrückgang. Zur Gewinnerwartung äußert sich das Unternehmen jedoch traditionell nur halbjährlich und bei der Vorlage der Jahresabschlüsse.
Analyst Edward Hockin von JPMorgan kritisiert die schleppende Entwicklung der Sparte Scent & Care im dritten Quartal, insbesondere im Bereich Aroma Molecules. Auch das Geschäft mit Kosmetikzusätzen entwickelte sich weniger dynamisch als erhofft. Dagegen zeigte sich die Sparte Taste Nutrition & Health, die sich mit Zusätzen für Lebensmittel und Tiernahrung beschäftigt, etwas widerstandsfähiger. An der Börse reagierte man indessen mit Skepsis: Der Aktienkurs von Symrise sank zuletzt um über vier Prozent auf 76,92 Euro. Trotz eines kürzlichen Erholungsversuchs stehen die Aktien 2025 mit rund 25 Prozent im Minus, während der DAX einen Anstieg von knapp 22 Prozent verzeichnet.

